Donnerstag, März 30, 2006

39162 Stimmen und ein dickes Danke schön!

Sorry, ich hab´s leider net geschafft, ins Stadtparlament zu kommen. Bin zwar von Platz 38 auf Platz 35 vorkumuliert worden. Aber es hat nicht gereicht. Hätte die SPD ihre 30 Prozent gehalten, wär ich sicher nächstes Jahr Nachrücker ins Stadtparlament. So sind jetzt 13 Leute vor mir auf der Liste, da die SPD nur noch 22 Sitze im Stadtparlament hat. Und dass die alle bis zur nächsten Kommunalwahl in fünf Jahre aufhören oder ihr Mandat net annehmen, damit ich reinkomme, dass ist so wahrscheinlich wie Ostern an Weihnachten. An absoluten Stimmen habe ich allerdings 39.162 Stimmen erhalten, das ist wirklich ein super Ergebnis! Wenn man sich die unveränderten Stimmzettel für die SPD vom Bloody-Sunday ankuckt (also alle, die nur ein Listenkreuz hatten, die wurden am Sonntag ja zuerst ausgezählt), heißt das für mich, dass ich 22.702 Stimmen über die SPD-Liste bekommen habe. (2.111.286 Listen-Stimmen für die SPD dividiert durch 93 Kandidaten, weil da ja jeder eine Stimme ohne extra Kreuz bekommen hat) D.h. aber auch, dass ich 16.460 Stimmen (!!!!!!) durch Kumulieren und Panaschieren dazu bekommen habe. Also das ist doch einwandfrei ein super Ergebnis. Oder anders gerechnet: mir haben (mindestens) 5487 Wählerinnen und Wähler extra Stimmen gegeben (wenn mir jeder alle 3 Stimmen gegeben hat, wenn nicht, waren es sogar noch mehr Leute, die mich angekreuzt haben). Das Ergebnis ist auch Euer Erfolg. Von Euch allen, meinen Kindern und Freunden, meinen Förderern und Supportern, meinem Frisör, den Websozis und den VOVler, meinen Genossen und Arbeitskollegen, der Frankfurter Presse, den Oberrädern und Sachsenhäusern ganz besonders und vielen Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern. Vielen Dank für die Unterstützung meiner Kandidatur mit Eurer/Ihrer Stimme. Ohne Sie alle wäre im allgemeinen Fiasko für die SPD so ein Ergebnis für mich nicht möglich gewesen. Das motiviert mich, weiterzumachen. Klappt dann halt in 2011 :-)

Sonntag, März 26, 2006

26. März 2006

Wow, bin jetzt doch ziemlich aufgeregt, wie die Kommunalwahl in Frankfurt heute ausgeht. OK, das endgültige Wahlergebnis liegt ja erst am nächsten Mittwoch oder Donnerstag vor. Zwischendrin hatte ich mal nen Tief, da war ich sicher, dass ich nie mehr kandidiere. Zu viele tote Heringe haben mir irgendwann den Rest gegeben. Aber: ich muss mich bei "Dir" bedanken, Du hast mich die letzten Wochen motiviert, manchmal amüsiert, manchmal geärgert. Aber immer wieder angespornt, nicht nachzulassen. Irgendwo zwischen Bayrischem Wald und dem Pazifik liegt jetzt die Antwort. Mal sehen, wohin die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger die Reise gehen lassen. Fazit: Ich hab mehr Leute kennengelernt, als ich verkraften kann. Auch wenn es schade ist. Und: Frankfurt ist ne g... Stadt, besonders wenn man abends in Kneipen auf Wahlkampftour ist oder im Sonnenschein am Main flaniert und Postkarten verteilt. Wirklich witzig, auch wenn ich vermute, dass heute weniger als 40 Prozent in Frankfurt zur Wahl gehen werden. Aber der Countdown läuft, noch fünf Stunden, und dann gibt es ein Ergebnis.

Freitag, März 17, 2006

Wahl mit 93 Stimmen

Hugo Müller-Vogg hat letzte Woche in seinem Blog unter "Schröder als Animateur für `Heuschrecken´, Klinsmann als Freizeit-Fanatiker, Wahl mit 93 Stimmen" was über meinen Internet-Film geschrieben. Haben mir David und Marco zur Kommunalwahl programmiert. Cool, cool, cool. Der Film. Und Hugos Wochenschau im "Äppler": ... Freitag: Am 26. März, werden in Hessen neue Kommunalparlamente gewählt. Manche Wähler stöhnten laut, als Ihnen die Musterstimmzettel von der Größe eines Couchtisches zugestellt wurden. Denn wir haben bei dieser Wahl nicht nur eine Erst- und Zweitstimme, wie bei der Bundestagswahl, sondern viel mehr Stimmen - so viele, wie Stadtverordnete zu wählen sind. In Frankfurt zum Beispiel sind das genau 93. Um beim Beispiel Frankfurt zu bleiben: Diese 93 Stimmen kann man auf 93 Kandidaten verteilen. Dabei kann man einem Bewerber bis zu 3 Stimmen geben ("kumulieren"). Auch kann man Kandidaten verschiedener Parteien ankreuzen ("panaschieren"). Über diese Möglichkeit sollte man nicht klagen, sondern sie als Chance begreifen, mehr Einfluß auf die Zusammensetzung des Stadtparlaments zu haben als mit nur einer Stimme. Allerdings: Man muss schon aufpassen, dass man nicht ungültig wählt. Wie´s geht, das hat einer der Söhne der Frankfurter SPD-Kandidatin Petra Tursky-Hartmann in einem kleinen Film gezeigt und ins Internet gestellt: www.waehl-meine-mom.de. Natürlich wird in diesem Film zum Schluß die Wahl der SPD-Frau empfohlen. Aber als Lernhilfe ist er dennoch für alle Wähler geeignet. Übrigens: Wem das Kumulieren und Panaschieren zu kompliziert ist, der kann es sich auch ganz einfach machen. Er kreuzt einfach die Liste einer Partei an - und fertig. Dann gehen alle seine Stimmen an diese Partei seiner Wahl, aber ohne dass einzelne Kandidaten bevorzugt würden. Das komplizierte Wahlrecht ist also kein Grund, nicht zu wählen!

Mittwoch, März 15, 2006

Eine Kuh macht Muh

... und 100.000 Kühe machen Mühe. Danke Sascha!!! Es leben die virtuellen Welten Wer weiß, wie man ein Schlauchboot aus der ultimativen Welle manövriert, wird verstehen, wovon ich hier rede.

Montag, März 13, 2006

In Frankfurt wackelt der (Kuh)Stall

Also, ich tauch mal für ein paar Minuten aus´m kommunalen Kuhstadl auf und berichte live aus dem Wahlkampf:

1. Es gab ne Menge Aufregung um den SPD Kino-Spot mit ner niedlichen Kuh (kuckst Du hier: http://www.spd-frankfurt.de/infomaterial/downloads/SPD_SPOT_M.mp4)

2. Die Statistik von www.spd-frankfurt.de sagt, dass der Kuh-Trailor die letzten 4 Tagen knapp 30.000 mal runtergeladen wurde (sind sicher alles Fliegen, die sich im Stall mal nen Bild von der Kuh-Kacke machen wollten)

3. Richtig aufgeregt haben sich eigentlich nur die üblichen Verdächtigen, die da wären:

a) Die CDU. Das kommt wie ne Mischung aus Neid und Psychostress rüber. Denn seit wann haben Mütter (dafür steht für die Schwarzen die Kuh) guten Sex (dafür gibt es bezahlte Professionelle). Da kam das Weltbild ins Wackeln, besonders als einige tapfere Sozialdemokratinnen sagte: Ja, wir machen lustvoll Politik, als Mütter und in Straps, je nachdem, was uns nutzt und wir haben Spaß dabei. Juchu 
b) Dass das politisch nicht korrekt ist, hat uns meine Vorturnerin Ulli Nissen von der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) belehrt. Und ich überleg gerade, wie ich aus der ASF austrete (ist man per Geschlecht Zwangsmitglied). Denn mit so beknackten Quotentussis hab ich nix am Hut. Warum kann Politik keine lustvolle Angelegenheit sein? Bin ich ne dumme Kuh, weil mich so ein Spot amüsiert? Also: Mir gefällt das braune Mistvieh, die klimpert so schön wie Bambi mit den Wimpern, sucht eine Lösung, um den ach´ so störrischen Wähler (dafür steht der schwarze Stier, nein, damit ist nicht Udo Corts gemeint) zu becircen. Und lässt auch mal den Stall wackeln, um zu signalisieren: "Ja wir leben noch". Trotz Mehrwertsteuererhöhung und Rentenloch und Vogelgrippe und überhaupt, die Lust am Leben ist noch da. 

"Bösartig" findet der Psychoanalytiker Rolf Haubel im Interview mit der Frankfurter Rundschau vom 10.03.2006 den Comic-Strip nicht. Auch nicht frauenfeindlich. "Wenn man das für frauenfeindlich hält, wären 95% der Werbung frauenfeindlich", erklärte der Professor, der das Sigmund Freud-Institut zusammen mit Marianne Leuzinger-Bohleber leitet.

Der Clip macht mehr Spaß als Infostände und Plakatierung bei Minus 4 Grad Celsius.