Sonntag, April 29, 2012

Spannend wie eine Schatzsuche

Eine Rezension von awosiii bei Amazon
Die Rezension bezieht sich auf: Tod im Licht der Luminale - Ein Frankfurt-Krimi
Kaum hat man den Krimi zu Ende gelesen, möchte man direkt nach Frankfurt aufbrechen und nach den im Glauburgbunker verborgenen Schätzen aus dem Dritten Reich suchen. Und hofft, dass die wertvollen hinweisgebenden Unterlagen aus der Stadtbibliothek doch eventuell nicht im Brand vernichtet wurden. Fest steht: den Bunker gibt es wirklich, den Tresor von KfW auch.

Die Geschichte ist sehr spannend aufgebaut. Bis zum Schluss ahnt man nicht, wer hinter dem Mord steck ' falls es überhaupt ein Mord war. Potentielle Verdächtige gibt es jedoch mehr als genug, denn der unsympathische Direktor des Bunker-Museums hat sich in seinem Leben viele Feinde gemacht. Kurz vor der Auflösung des Falles nimmt die Geschichte deutlich am Tempo zu und man kann kaum der Versuchung widerstehen, einfach zur nächsten Seite zu blättern.

Die Autorin scheut nicht davor, kontroverse Themen aufzunehmen. Denn auch die Geschichten der Zwangsarbeiter und der Umgang mit den Wertsachen aus den Enteignungen im Dritten Reich gehören zu der Geschichte Frankfurts ' und sind mit der Geschichte des Bunkers verschmolzen.

Der Krimi ist allerdings nicht nur für die Liebhaber der Frankfurt-Krimis interessant. Gleichwohl erfährt der interessierte Leser sehr viel über Berlin, wo die Kommissarin Tannhäuser während ihres (sehr kurzen) Urlaubs unerlaubterweise 'ermittelt'.

Freitag, April 27, 2012

Vorwärts: "Suche nach der Wahrheit"


Debora Weber-Wulff, Professorin und Plagiatsforscherin: „Das Rezept ist einfach, meist reicht etwas IT und ein wenig Gehirnschmalz. Den Rest erledigen die Rechtschreibfehler.“ (Foto: Petra Tursky-Hartmann)
   

Sie heißen „GuttenPlag“ oder „VroniPlag“. Über das Internet wurden mehre Politiker überführt, die bei wissenschaftlichen Arbeiten Plagiate abgeliefert hatten. Über Copyright-Verletzungen ging es bei der Veranstaltung „Fingerabdrücke im Netz“ der Hessischen SPD-Landtagsfraktion.

von Petra Tursky-Hartmann

Der „Tagesspiegel“ hat sie als „Jäger des verlogenen Satzes“ bezeichnet, als die Plagiatsforscher im vergangenen Jahr den CSU-Verteidigungsminister mit ihrem „GuttenPlag“ zu Fall brachten. Um herauszufinden, wie man mit Copyright- und Urheberrechtsverletzungen in der digitalen Welt umgehen muss, welchen Einfluss das Internet auf Wissenschaft, Bildung und Kultur hat, und ob neue Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter bildungsferne Schichten ausgrenzen, hatte die SPD-Fraktion im Hessischen Landtag unter dem Titel „Fingerabdrücke im Netz – Chancen und Risiken der Transparenz im Internet“ Experten und Medieninteressierte nach Wiesbaden eingeladen.

Gastrednerin Debora Weber-Wulff, Professorin und Plagiatsforscherin an der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft, war außerordentlich dankbar, dass ausgerechnet der damalige Verteidigungsminister zu Guttenberg dieses spannende Thema „aus der Wissenschaft heraus an die Stammtische“ getragen habe. Bei der Plagiatsforschung ginge es jedoch nicht nur um Personen, sondern „um die Werte Dritter“. Das Engagement dieser Experten speise sich aus einer „riesigen Wut, wenn ein Plagiat als Wissenschaft vermarktet und verkauft werde“.

Warnsignal an die Universitäten

Gemeinsames Ziel der Plagiatsforscher vom „GuttenPlag“ und „VroniPlag“ sei „die Suche nach der Wahrheit“. Für ihre umfangreichen Recherchen reiche den Forschern oftmals die Suchmaschine Google. „Das Rezept ist einfach, meist reicht etwas IT und ein wenig Gehirnschmalz. Den Rest erledigen die Rechtschreibfehler.“ Um gezielter nach Plagiaten forschen zu können, forderte Weber-Wulff „Open Access“ für alle Bibliotheken. Open Access bedeute jedoch nicht, dass alles umsonst sei, widersprach ihr Christian Sprang, Justiziar des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, in der sich an ihren Vortrag anschließenden Diskussion.

Ein Plagiat, so Weber-Wulff, sei aber auch ein Warnsignal, dass etwas an unseren Universitäten „nicht funktioniere“. Drei Jahre um einen Bachelor-Abschluss zu erreichen, seien einfach zu kurz und die Menge an Studenten, die durch die Hochschulen geschleust werden, einfach zu groß. „Unter diesen ökonomischen Bedingungen“, zog Weber-Wulff ernüchtert Bilanz, „sei es einfach nur logisch, zu plagiieren!“ Hier sei die Politik gefordert, andere Werte zu vermitteln.

Was beliebt ist auch erlaubt?

Dass die IT-Technologie den „Diebstahl geistigen Eigentums“ so einfach ermögliche, sei nicht gleichbedeutend damit, dass geistiges Eigentum keinen Wert habe, wandte Wolfgang Weyand, Vorsitzender des Clusters der Kreativwirtschaft in Hessen (CLUK), ein. Er forderte von der Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag, den Begriff des „geistigen Eigentums“ konsequent zu schützen. Wenn es keinen Unterschied mehr mache, ob man Musik im Netz legal oder illegal erwerbe, bekomme jede Gesellschaft langfristig „ein richtiges Problem“.

Die innenpolitische Sprecherin Nancy Faeser unterstützte seine Forderung, dass auch das geistige Eigentum in unserer Gesellschaft Schutz brauche. „Schülerinnen und Schüler wissen leider oftmals nicht, was online verboten beziehungsweise erlaubt ist“, gab der medienpolitische Sprecher der SPD Michael Siebel am Ende der Debatte zu bedenken. Leider gebe es heute auch eine Elterngeneration, die überhaupt keine Ahnung habe, was alles im Internet passiert.                                       

Freitag, April 20, 2012

FNP: Krimilesung in der Katharinenkirche



20.04.2012 - Krimilesung in der Katharinenkirche zur Luminale

Museumsdirektoren leben zuweilen gefährlich – und wenn sie vor lauter Eitelkeit und Größenwahn die Bodenhaftung verlieren, kommt es schnell zu Morddrohungen. Zwei Krimilesungen von Hanna Hartmann und Gernot Gottwals drehen sich am 20. April in der Katharinenkirche und am 25. April im Archäologischen Museum um die Direktoren Werner Klotzhofer und Gerhard O. Stiefenhagen, die ihren Eifer um Sonderausstellungen mit Ikonen und Lichteffekten teuer bezahlen.

Passend zur Luminale und zur Wasser-Licht-Installation des Künstlers Markus Jordan inszenieren Gottwals und Hartmann am Freitag, 20. April um 19 Uhr die Katharinenkirche als Schauplatz dramatischer Handlungen und Urgewalten: Hartmanns Krimi "Tod im Licht der Luminale" schlägt eine Brücke zum Explora Museum, das bevorzugt mit optischen Effekten spielt und im ehemaligen Glauburgbunker angesiedelt ist. Auf dem Dach des in Umrissen kirchenähnlichen Bollwerks wird Stiefenhagen von seiner dunklen Vergangenheit eingeholt und gerät in den Sog der Verschwörungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Gottwals holt die dunkle, von Plünderungen und Brandschatzungen begleitete Geschichte des revolutionären Russlands an den Main. Sein Krimi "Im Eifer Deines Dieners" um die skandalträchtige Ikone der Heiligen Barbara spielt im Ikonenmuseum, dem Archäologischen Museum und in der Katharinenkirche, die zur Luminale 2008 Schauplatz einer Feuerinstallation war. Der Showdown der Handlung im Karmeliterkloster ist Thema der zweiten Lesung am Mittwoch, 25. April, um 18 Uhr im Archäologischen Museum, wo sich Polizei und Täter einen Wettlauf liefern. (got)

Donnerstag, April 19, 2012

Tod im Licht der Luminale (Fotos)






"Tod im Licht der Luminale"
Buchvorstellung am 19. April 2012 auf der Dachterrasse der Explora

Fotos von Geri "Ich liebe Frankfurt"

Für die Frankfurter Kommissarin Edith Tannhäuser hätte der Tag nicht schlechter beginnen können. Auf ihrem Schreibtisch häuft sich die Arbeit, der nachmittägliche Friseurtermin drängt und in ihr keimt Aufregung wegen ihres anstehenden Wochenendtrips nach Berlin. Obskure Morddrohungen an das Explora-Museum wollen da so gar nicht in ihre Planung passen. Kaum im Frankfurter Nordend angekommen, macht Edith Bekanntschaft mit dem exzentrischen und durchweg unsympathischen Direktor des im Glaubburgbunker angesiedelten Museums. Gerhard O. Stiefenhagen liegen im Prinzip nur zwei Sachen am Herzen: sich selbst und die bevorstehende Luminale, bei der das Museum eine große Rolle spielen soll. Doch plötzlich holt ihn auf dem Dach des umgebauten Luftschutzbunkers seine dunkle Vergangenheit ein.

"Tod im Licht der Luminale" ist ein Kriminalroman, dessen Handlung sich vor der Kulisse des größten Lichtspektakels der Mainmetropole – der Luminale – abspielt. Die Handlung verknüpft geschichtliche als auch fiktionale Ereignisse mit den persönlichen Schicksalen ihrer Figuren zu einer dramatischen Geschichte voller Verschwörungen, in deren Zentrum Vergangenheit und Gegenwart des Glauburgbunkers stehen.

Autorenvita: Hanna Hartmann (Petra Tursky-Hartmann) wurde 1960 in Bad Kreuznach geboren. Nach dem Studium der Publizistik in Mainz war sie u. a. als Flugbegleiterin bei der Deutschen Lufthansa und als PR-Managerin in der IT-Wirtschaft tätig. Die Mutter von zwei Söhnen lebt heute in Frankfurt-Sachsenhausen und ist eine bekannte SPD-Politikerin im Rhein-Main- Gebiet. Mit „Darling“ hat sie bereits 2009 unter dem Pseudonym Hanna Hartmann ihren ersten Roman vorgelegt. „Tod im Licht der Luminale“ ist ihr zweiter Roman.

Bibliographische Daten:Hanna Hartmann
Tod im Licht der Luminale
Ein Frankfurt-Krimi
Societäts-Verlag 2012
244 Seiten, Broschur
€ 12,80 (D) / € 13,20 (A) / sFr 23,00 (CH)
ISBN: 978-3-942921-47-3

Dienstag, April 03, 2012

"Bei mir ist Krimi nicht nur Mord und Totschlag"


von Nicole Brevoord - © Journal-Frankfurt

Foto: Harald Schröder
Mit "Darling" gab Petra Tursky-Hartmann unter dem Pseudonym Hanna Hartmann ihr Debüt als Krimiautorin. Jetzt legt sie mit "Tod im Licht der Luminale" ordentlich nach und verwandelt den Glauburgbunker in einen Tatort.

Das Timing ist perfekt, kurz vor der Luminale (15. bis 20. April) ist der neueste Roman von Petra Tursky Hartmann erschienen. Die alle zwei Jahre stattfindenden Illuminationen haben die Krimiautorin inspiriert. Herausgekommen ist ein spannender Roman, der nicht nur das Lichtspektakel und die wechselhafte Historie des Glauburgbunkers zum Thema hat.

Für die Sachsenhäuserin ist klar, warum Krimis mit Lokalkolorit derzeit so gut bei den Lesern ankommen. "Das ist eine Form der Selbstvergewisserung in Zeiten der Globalisierung, wo transnationale Geldströme das Leben bestimmen, da sind diese Bücher eine Art Zuhause." Doch gemütlich geht es in der Welt des Lokalkrimis nicht zu. In ihrem ersten Roman "Darling" tauchte die Autorin ein in die Welt der Erotikfilmindustrie, verwandelte das stillgelegte historische Klärwerk in Niederrad in einen Tatort und ließ einen Taxifahrer in brenzlige Situationen kommen. "Man muss bibelfest in den Orten sein", sagt Hartmann. Das musste sie lernen, als eine Leserin darauf hinwies, dass der besagte Taxifahrer im Buch wohl nicht den direkten Weg genommen habe. Dabei kannte die Frankfurterin die Strecke auch per Taxi ziemlich genau. Letztlich ist sie viel in Frankfurt unterwegs.

"Schreiben ist mein Hobby", sagt die Krimi-Liebhaberin, die gern den Tatort aus Münster schaut und aber auch ein Fan von Kommissar Max Ballauf ist. Doch wie kommt man dazu, selbst Krimis zu schreiben? "Es kam alles aus dem Leben. Damals, 2008, da fühlte sich mein eigenes Leben wie ein Krimi an. Nichts war, wie es scheint." Die SPD-Politkerin bezieht sich auf die hessischen Landtagswahlen, bei denen Andrea Ypsilanti Ministerpräsidentin werden sollte und Dagmar Metzger und drei weitere Mitglieder der SPD-Fraktion ihrer Kandidatin die Unterstützung aufkündigten, so dass die rot-grüne Minderheitsregierung gescheitert war. "Da hab ich mir gesagt, wenn Politik zum Krimi wird, dann kann ich auch gleich einen Krimi schreiben. Viele spannende Orte hatte ich im Kopf, weil ich sie während der Wahlkampfveranstaltungen gesehen habe. Ohne die Politik hätte ich viele Orte und Leute niemals kennengelernt. Unterwegs bekommt man so viel erzählt und erfährt von so vielen Schicksalen."

Das Schreiben ist für Tursky-Hartmann da durchaus auch ein Ventil, eine Art Therapie. Dass es auch Autobiografisches in ihren Werken zu entdecken gibt, kann daher schon sein. Im Glauburgbunker, wo ihr aktueller Krimi spielt, durfte sie sich jedenfalls genauestens umschauen und entdeckte da im Keller etwa eine Gasschleuse. "Da fragt man sich: wie hat man sich damals im zweiten Weltkrieg hinter zwei Meter dicken Mauern gefühlt?"

Zwei Jahre hat sie an ihrem zweiten Werk gearbeitet und gefeilt und versucht, aus der Erfahrung von "Darling" zu lernen, Zwei Mal sei sie zur Recherche in Berlin gewesen, so wie es die Kommissarin in der Story auch gewesen ist. Und der Abstand zur Heimat tut dann auch gut, so lässt Tursky-Hartmann ihre Figuren im Krimi auch mal etwas Kritisches über Frankfurt sagen und sie zieht Vergleiche zwischen den Städten. "Frankfurt hat im Gegensatz zu Berlin seine Vergangenheit nur halbherzig konserviert", steht da etwa geschrieben. In ihrem Werk geht es auch um den Abrisswahn in Frankfurt, die Tramlinie 18 kommt darin vor und vor allem die Geschichte des Bunkers im Nordend. Nicht nur die fiktive, sondern auch die historische Vergangenheit, für die Hartmann auch intensiv im Institut für Stadtgeschichte forschte, das wiederum einen Platz in der Krimihandlung gefunden hat.

Frankfurt bietet für Tursky-Hartmann, die im hessischen Landtag als Referentin für Medienpolitik, Internet und Öffentlichkeitsarbeit tätig ist, den optimalen Krimistoff: "Die schön glitzernden Bankentürme stehen auch für Korruption, für Geldwäsche und für alles mögliche. Das Bahnhofsviertel spricht für sich und der Flughafen ist das Einfallstor für Drogen. Es gibt in der Stadt schon eine Menge, das die Fantasie anregt." Neben der Spannung, den historischen Fakten und einer Portion Lokalkolorit ist der Sachsenhäuserin auch wichtig, dass die Figuren ihres Romanes lebendig wirken und sich weiterentwickeln. "Bei mir ist ein Krimi nicht nur Mord und Totschlag. Bei mir geht es auch um Beziehungen, die sich vor der Fassade der Stadt abspielen."

Eines ist sicher: In "Tod im Licht der Luminale" zeigt die Hobbyschriftstellerin den Glauburgbunker in einem ganz neuen Licht und macht auch vor den Schattenseiten der Geschichte nicht Halt.

Mehr über Krimis aus Frankfurt erfahren Sie im aktuellen JOURNAL FRANKFURT. Dieser Artikel ist Teil unseres Online-Spezials TatortFFM