Freitag, April 19, 2013

Die Vorteilskarte der Frankfurter Bäderbetriebe - sozial gerecht sieht anders aus

Hat jemand von euch 410.- € übrig??? Ab 1. Mai bekommt der jenige, der den Frankfurter Bäderbetrieben 410.-€ in Vorkasse leiht, 25 % Rabatt auf den Eintritt. (Das ist der Ersatz für die gestrichene Monatskarte). Wer es sich nicht leisten kann, der Stadt Frankfurt Vorschuss aufs Schwimmen zu leisten, zahlt den vollen Preis. Sozial-gerecht sieht irgendwie anders aus!

Mittwoch, April 17, 2013

"Darling" goes "Orange Beach" - Lesung für die "Jalangbanta Primory School" in Gambia

 
 
Am 17.04.2013, ab 19.00 Uhr - mit Blick auf den "Tatort" Niederräder Klärwerk - beim Sundowner - und für einen guten Zweck - gibt es eine Lesung aus "Darling" (Ein Frankfurt-Krimi) am "Orange-Beach" (Gutleutstrasse 371a, 60327 Frankfurt, unter der Niederräder Brücke).
 
Der Frankfurter Taxifahrer Adrian Baumann hat jede Menge privater Probleme doch als die unbekannte Schöne in sein Taxi einsteigt, scheinen sie wie weggeblasen. Er folgt ihr heimlich, und ein Albtraum beginnt: Erst entdeckt er, dass die Frau bizarre Videos dreht, dann wird er Zeuge eines Mordes. Auf der Suche nach einer Erklärung taucht er immer tiefer in eine Welt ein, in der man mit Demütigung und Dominanz viel Geld verdienen kann. Am Ende weiß er mehr, als er vielleicht wissen wollte.
 
Unter dem Pseudonym Hanna Hartmann hat die Frankfurter SPD-Politikerin Petra Tursky-Hartmann im Frühjahr 2009 ihren ersten Roman "Darling" veröffentlicht. Der Krimi ist eine unsentimentale Reise durch Frankfurts Unterwelt, die viel Kälte spüren lässt. Die Autorin wurde 1960 in Bad Kreuznach geboren. Nach dem Studium der Publizistik in Mainz war sie u.a. als Flugbegleiterin bei der Deutschen Lufthansa und als PR-Managerin in der IT-Wirtschaft tätig. Die Mutter von zwei Söhnen lebt heute in Frankfurt-Sachsenhausen. 

Der „Orange Beach“ gilt als Frankfurts „schönste Trinkhalle“ hinter dem Horizont. Der Inhaber Olaf Gies ist Gambia verbunden und spendet das Trinkgeld für „seine“ Schule in Jalangbanta in Gambia (Er bringt es für die 80 Schulkinder mit Büchern und Stiften und alles, was eine Grundschule so benötigt einmal im Jahr persönlich vorbei). Der Eintritt ist frei, aber es wird an dem Abend um eine kleine Spende für die Jalangbanta Primory School" in Gambia gebeten. Mit Blick auf das Niederräder Klärwerk sollte das ein netter Abend werden. Bei schönem Wetter gibt es zu Äppler und Bier frisch gegrillte Bratwurst.


Dienstag, April 16, 2013

Offener Brief an den Aufsichtsrat der Frankfurter Bäderbetriebe (16.04.2013)

 

An den Aufsichtsrat der Bäderbetriebe Frankfurt GmbH (BBF)
Herrn StR Markus Frank (Vors.),
Herrn Stv, Eugen Emmerling,
Herrn Stv. Martin Gerhardt,
Frau Stv. Angela Hanisch
Frau StRin. Erika Pfreundschuh
Herr Stv. Manuel Stock
Herrn Osman Kaya (AN), Herrn Klaus Nitsche (AN), Herrn Armin Vessali (AN)

Neues Preiskonzept für Frankfurter Bäderbetriebe ab 1. Mai 2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

laut Aushang im Textorbad habe ich am Wochenende erfahren, dass ab dem 1. Mai 2013 in den Frankfurter Bädern ein neues Preiskonzept gilt. Mit dem Wegfall der Monatskarte in Höhe von 45,- €  kostet mich das Schwimmtraining nun 90,- €  im Monat (20 x 4,50 €) ab dem 1. Mai.

Sie bieten zwar an, dass man ab dem 1. Mai die Monatskarte „in Reihe“ bis Dezember 2013 erwerben kann. Wie kann ich mir das vorstellen? Gehe ich damit quasi in Vorlage und über-weise zum 1. Mai für acht Monate 45,- € einen „Kredit“ an die BBF? Das macht immerhin 360,- €, und ist ein stattlicher Preis, den ich mir so einfach nicht leisten kann.  Meine Frage ist, wie viele Frankfurterinnen und Frankfurter, Einzelschwimmer und Familien sind durch die Abschaffung der Monatskarte davon betroffen, auf dieses „Prepaid“-System - das die Stadt München übrigens gerade wieder aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit abgeschafft hat - umzusteigen?

Frankfurt hat sich bislang immer als „Sportstadt“ definiert, diese Definition wird durch das neue Preiskonzept leider konterkariert.

Ich bitte Sie persönlich um Auskunft, ob Sie als Mitglied des Aufsichtsrats der BBF für dieses Konzept gestimmt haben und was Sie bewogen hat, die Monatskarte abzuschaffen.

Mit freundlichen Grüßen

Petra Tursky-Hartmann

Montag, April 08, 2013

"Im Casino den Stecker ziehen" (9. April 2013)


„Frau Merkel spricht von `marktkonformer Demokratie´,
die SPD spricht von demokratiekonformer Marktwirtschaft,
das ist ein großer Unterschied.“
Peer Steinbrück

von Petra Tursky-Hartmann

Es ist das Ur-Thema der Sozialdemokratie. Wie können der Kapitalismus gezähmt und die Kluft zwischen Arm und Reich geschlossen werden? Am Montag diskutierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück darüber in Frankfurt.
Die Verknüpfung von sozialem und wirtschaftlichem Fortschritt ist auch in ihrem 150. Gründungsjahr der Kern des wirtschaftlichen Denkens und Handelns der SPD. Galt es früher traditionelle Märkte zu zähmen, sind es heute die Finanzmärkte, die Regeln brauchen, um das Gemeinwohl auch in Zukunft sicher zu stellen. Das wurde am Montagabend im Frankfurter Palmengarten sehr schnell klar.

"Wir müssen im Casino den Stecker ziehen."
Thorsten Schäfer-Gümbel
Peer Steinbrück, damals Bundesfinanzminister, heute Kanzlerkandidat der SPD, hatte die Finanzkrise 2009 hautnah erlebt. Im Kampf gegen „den Super-GAU der Finanzmärkte“ habe ihn damals „schwer beeindruckt“, als ein Familienunternehmer stolz berichtete, dass er trotz Krise niemand habe entlassen müssen. Er wünsche sich mehr Unternehmer, die sich nicht nur formal an die Spielregeln der Sozialen Marktwirtschaft hielten, „sondern im Geist ihrer Grundsätze handeln“.

Die alte These „freie Märkte tendieren zum Gleichgewicht“ stimme nicht mehr, empörte sich der SPD-Kanzlerkandidat. „Früher wurde der, der sich am Markt bewährte, belohnt.“ Wer zockt, sei bestraft worden. „Heute dagegen werden solche Zocker für systemrelevant erklärt.“ Steinbrück forderte in Frankfurt, dass endlich wieder „Risiko und Haftung“ zusammen fallen müssten. „Die Sozialdemokratie wird Haltung beweisen müssen“, forderte er mit Nachdruck.

„Ich habe nur über die Kavallerie geredet, andere haben sie ausreiten lassen!“
Peer Steinbrücks Hinweis, dass die USA gegenüber der Schweiz schärfere Gesetze
für Steuerflüchtlinge durchgesetzt haben als die Bundesregierung von Angela Merkel.

  „Steuerhinterziehung ist eine Straftat“

Auch die Bundeskanzlerin ging Steinbrück deutlich an. Nichts habe Angela Merkel gegen Steuerhinterziehung getan, kritisierte der ehemalige Finanzminister der Großen Koalition. Nichts sei in den vergangenen Jahren passiert: keine Verschärfung der Strafen für Steuerhinterzieher, keine Kündigung von Doppelbesteuerungsabkommen mit Staaten, die Steueroasen beherbergen, keine Umkehr der Beweislast für Unternehmen, die ausländische Steuerrechtsregeln nutzen, keine bundesweite Steuerfahndung.

„Menschen sehnen sich danach, dass Gerechtigkeit
in einem größeren Maße wieder zum Zuge kommt!“
Margret Mönig-Raane
Steinbrück dagegen versprach, eine europäische Initiative gegen Steuerhinterziehung zum zentralen Schwerpunkt seiner Kanzlerschaft zu machen. Die SPD werde nach dem 22. September eine Ökonomie der Gerechtigkeit umsetzen. „Wir brauchen eine Renaissance der sozialen Marktwirtschaft“, forderte Steinbrück im spätklassizistischen Festsaal des Gesellschaftshauses im Frankfurter Palmengarten, nachdem er am Vormittag in Berlin noch einen Acht-Punkte-Plan gegen Steuerbetrug vorgestellt hatte.


„Bleibt zu hoffen, dass die Bürgerschaft am Ende
dieses Sommers das Original von der Kopie unterscheidet.“
Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin

Von Platon zu Lassalle

Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts strebten die Menschen permanent nach Solidarität und Respekt, hatte Julian Nida-Rümelin zuvor ausgeführt. Der Philosophie-Professor an der Universität München und Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission breitete vor den rund 600 Gästen Platons These aus, dass alle Menschen die gleiche Würde, den gleichen Anspruch auf Respekt verdient hätten und „niemand ausgegrenzt“ werde. Seit ihrer Gründung stehe die SPD für die Zähmung eines entfesselten Kapitalismus, doch „nur eine politisch vernünftige Gestaltung der Verhältnisse führe zu dem Staat, der gleiche Bedingungen für alle“ schaffe.

„Der Kapitalismus lässt sich nicht dadurch zähmen,
dass wir jetzt freundlichere Kapitalisten haben.“
Dr. Armin Nassehi (rechts)
Auf dem Podium diskutierten im Anschluss der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel, Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina School of Governance Berlin, die frühere verdi-Vize-Vorsitzende Margret Mönig-Raane und Armin Nassehi, Professor für Soziologie der Universität München, über die Folgen eines internationalen ungezügelten Kapitalismus, der die Kluft zwischen Arm und Reich zunehmend vertiefe. Dabei bekannte Thorsten Schäfer-Gümbel unmissverständlich: „Wir müssen im Casino den Stecker ziehen“. 

„Unternehmer haben das Instrument der Leiharbeit,
wie es in der Agenda 2010 einmal angedacht war, zu einer Strategie pervertiert!“
Dr. Gesine Schwan