Donnerstag, September 29, 2016

2. BdP-Academy: Das beste Schutzprogramm ist immer noch „Brain 2.0“



Das beste Schutzprogramm ist immer noch „Brain 2.0“

Ende Oktober hatte die Landesgruppe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland Marko Rogge, Leiter Forensik & Investigations Lab" der Phalanx-IT GmbH aus Heilbronn zur 2. BdP-Academy „Der Täter in meinem Smartphone“ in die Frankfurt School of Finance & Management eingeladen. Auf die Frage, wie man sich wirksam schützen könne, stehe für ihn das Programm „Brain 2.0“ an oberster Stelle: „Solange Sie sich unterwegs in offene WLANs einloggen, ohne Rückfrage beim Absender Attachments von Mails oder SMS öffnen oder gar am Store vorbei Apps installieren, nur weil sie kostenlos sind, sind die besten Schutzprogramme wirkungslos.“ 


Es mache auch Sinn, bei einer App hinzuschauen, welche Rechte sie sich auf dem Smartphone nehme. Auf welche Programme und Messenger man verzichten könne, sei leider eine individuelle Gratwanderung, so der Experte für mobile Forensik, der Mitarbeiter von Geheimdiensten, Strafverfolgungs- und Ermittlungsbehörden, Zoll und Steuerfahndungseinheiten trainiert. Sein Ziel sei, die Teilnehmer zu sensibilisieren, „wie Sie sich selbst am besten schützen können“ – was ihm rundum gelang.

Dienstag, September 20, 2016

Knapp, kompakt, keine Werbeaussagen und einen Ansprechpartner

Besuch der BdP-Landesgruppe bei der Rhein-Main-Redaktion der F.A.Z.



Text: Petra Tursky-Hartmann, medical airport service GmbH und Nils Repke, Oppenhoff & Partner Rechtsanwälte - Fotos: Ralf Werner


Am 20. September waren die BdP-Landesgruppe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland und die Fachgruppe Wirtschafts- und Finanzkommunikation des BdP bei der Rhein-Main-Redaktion derFrankfurter Allgemeinen Zeitung in Frankfurt zu Gast. Herausgeber Werner D’Inka, Ressortleiter Dr. Matthias Alexander sowie Manfred Köhler, stellvertretender Ressortleiter, diskutierten mit knapp 80 Mitgliedern.  Werner D’Inka, seit 2005 einer der Mitherausgeber der F.A.Z. und zuständig für die Rhein-Main-Zeitung, berichtete, dass sich das Geschäftsmodell von Zeitungen durch das Internet dramatisch verändert habe. Die Frage „Wie kann man Qualitätsjournalismus refinanzieren?“ habe die F.A.Z. dahingehend beantwortet, dass weite Teile der Online-Ausgabe wie die FAZ-App „Der Tag“ ab dem 6. Oktober kostenpflichtig werden.

Dr. Matthias Alexander, seit 2007 Ressortleiter des F.A.Z.-Regionalteils, beschrieb die Folgen, dass sich einzelne Artikel über die Verbreitung durch soziale Medien („es stand doch in Facebook“) zunehmend von der ursprünglichen Marke F.A.Z. lösen würden. Durch Facebook und die Algorithmen lese man zunehmend, was einen persönlich interessiert; unabhängig von einem bestimmten Medium. Manfred Köhler, stellvertretender Ressortleiter der Rhein-Main-Zeitung und Leiter der regionalen Wirtschaftsredaktion, sieht in der neuen Verzahnung mit Live-Formaten wie den „Frankfurter Allgemeinen Bürgergesprächen“ eine attraktive Möglichkeit zur Leserbindung, die in der Region auf hohes Interesse treffe. Auf die Frage, was die Journalisten der F.A.Z. heutzutage von Pressesprechern erwarten würden, erwiderte Alexander „die Tugenden einer guten Pressemitteilung haben sich durch die Digitalisierung nicht verändert. Also knapp, kompakt, keine Werbeaussagen und einen Ansprechpartner.“ Es lohne sich für Pressesprecher auf jeden Fall, sowohl die Online-Redaktion als auch die „Old School Boys“ anzusprechen. Allerdings, so D´Inka, finde gerade eine zweite große Umwälzung im Journalismus statt. Die sozialen Medien erlauben die „Umgehung von Journalisten“, wodurch sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Quelle und der Rolle der Journalisten noch einmal neu stelle. Abgerundet wurde der Abend bei der F.A.Z. mit einem Get-Together, zu dem die F.A.Z. die BdP-Mitglieder im Nachgang eingeladen hatte.



Donnerstag, September 08, 2016

Friedrich-Ebert-Stiftung: Frankfurter Mediengespräche - Wenn Bilder sprechen

Volles Haus bei den Frankfurter Mediengesprächen "Wenn Bilder sprechen" im Spenerhaus
Am 8. September 2016 hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung erneut zu den "Frankfurter Mediengesprächen" ins Spenerhaus des Dominikaner Klosters nach Frankfurt eingeladen. Thema des Abends war "Wenn Bilder sprechen – Moderne Kommunikation in Unternehmen, Parteien und Organisationen".

"Wenn ein Unternehmen der Öffentlichkeit etwas mitteilen will, wenn Krisenkommunikation angesagt ist, wenn eine Partei ihre Botschaften vermitteln will, dann sind die Kommunikationsexperten gefragt", begrüßte Magda Schirm, Dozentin der Friedrich-Ebert-Stiftung, ihre Gäste auf dem Podium. "Sie sind die Strategen für interne und externe Kommunikation und das Sprachrohr von Unternehmen und Organisationen. Es ist ihre Aufgabe, die Organisation in einem möglichst guten Licht darzustellen. Das passiere durch Pressemitteilungen, Events, Konferenzen, Imagebroschüren und Live-Interviews - und das passiert, indem Bilder erzeugt werden."

"Die Kommunikation ist schneller geworden. Glaubwürdigkeit wird heute nicht mehr über lange Argumentationsketten vermittelt, sondern über Bilder, Storytelling und Emotionen. Die Verantwortlichen werden gecoacht, ihre Auftritte werden exakt vorbereitet, Mimik, Gestik und Körperhaltung werden trainiert", begrüßte der SPD-Landtagsabgeordnete Michael Siebel in der Diskussionsrunde Dr. Olaf Kaltenborn (Leiter der Abteilung Medien und Kommunikation der Goethe Universität Frankfurt am Main), Gerd Uwe Mende (Geschäftsführer und stv. Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion Wiesbaden), Jürgen Harrer (Leiter Unternehmenskommunikation Fraport AG), Dirk Sulzmann (Leiter Standortkommunikation & Umfeldbeziehungen der Merck KGaA Darmstadt), Petra Tursky-Hartmann (Pressesprecherin medical airport service GmbH und Sprecherin der Landesgruppe der Pressesprecher Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland) sowie Markus Röck (Brandoberrat der Feuerwehr Frankfurt).

Im Fischbowl-Format hatten die Gäste dann ausgiebig Gelegenheit, mit den Kommunikationsexperten über ihre Aufgaben, deren Anforderungen an die Umsetzung, über Bilder sowie das Emotionale in der Kommunikation zu diskutieren.

Montag, September 05, 2016

Ein Nest für Kinder - 10 Jahre Terminal for Kids (TfK)

Ein Nest für Kinder

Terminal for Kids gGmbH (TfK) feiert 10-jähriges Jubiläum / Frankfurt-Sindlingen war Standort der ersten Fraport-Betriebskita „Kinder-Arche“

Vor zehn Jahren, am 5. September 2006, eröffnete der frühere Arbeitsdirektor der Fraport AG Herbert Mai in Anwesenheit der ehemaligen Frankfurter Bürgermeisterin Jutta Ebeling die erste Betreuungseinrichtung „Kinder-Arche“ der Fraport-„Enkeltochter“ Terminal for Kids gGmbH (TfK). „Fraport hatte bereits im Jahr 2005 den Grundsatz der Chancengleichheit in einer Betriebsvereinbarung festgeschrieben, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern“, erinnert sich Michael Müller, Arbeitsdirektor und Vorstandsmitglied der Fraport AG, an die Anfänge. Die „Kinder-Arche“ startete damals mit zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Kinder im Alter von acht Wochen bis drei Jahren für die Beschäftigten der Fraport AG, der Deutschen Lufthansa, Sanofi Deutschland und Infraserv Höchst und hatte montags bis freitags zwischen 7 und 18 Uhr geöffnet. Neben einer professionellen pädagogischen Betreuung konnten die Eltern für ihre Kinder eine Erziehung in den Sprachen Deutsch oder Englisch wählen. Täglich frisch aus Bio-Produkten zubereitete Mahlzeiten optimierten das attraktive Angebot.

© Fraport AG: 10 Jahre Terminal for Kids: Am 5. September 2006 eröffneten der ehemalige Arbeitsdirektor der Fraport AG Herbert Mai und die frühere Frankfurter Bürgermeisterin Jutta Ebeling die erste Betreuungseinrichtung „Kinder-Arche“ in Frankfurt-Sindlingen.
Seit der Eröffnung der „Kinder-Arche“ im Jahr 2006 betreibt die TfK, ein Unternehmen der Fraport-Tochter medical airport service GmbH, als einer der großen privaten Träger von Betreuungseinrichtungen in Hessen heute elf betriebliche und öffentliche Kinderbetreuungseinrichtungen. 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für eine liebevolle, altersadäquate und kindgerechte Betreuung der 765 Kita- und Krippenkinder. „Wir garantieren in allen unseren Einrichtungen eine durchgehend hohe Betreuungsqualität“, betont Udo Sicker, Geschäftsführer der medical airport service GmbH.

Auf die im Jahr 2006 in Frankfurt-Sindlingen eröffnete „KinderArche“ (heute ein Neubau mit 118 Plätzen) folgten 2010 das „SpaceShip“ in Wiesbaden (118 Plätze), 2012 das „SquairShip“ am Flughafen Frankfurt (40 Plätze) und der „MärchenExpress“ in Karben (45 Plätze). Im Jahr 2013 kamen das „SailingShip“ in Schaafheim (125 Plätze) und der „SkyTrain“ in Bad Schwalbach (40 Plätze), 2014 der „FlyingCarpet“ in Wiesbaden (90 Plätze) und 2015 die „SternSchnuppe“ in Frankfurt-Sindlingen (40 Plätze) hinzu. Im Jubiläumsjahr 2016 wurden das „GhostShip“ in Bonn-Beuel (35 Plätze) und die beiden Kelsterbacher Einrichtungen „KinderTandem“ (74 Plätze) und „FlyingVilla“ (40 Plätze) in Betrieb genommen.

2015 wurden die denkmalgeschützten Räume der „Kinder-Arche“ zur modernen Betriebskita „SternSchnuppe“ umgebaut. Bärbel Völker, kaufmännische Leiterin der TfK, freut sich, dass sie gemeinsam mit der medical airport service GmbH diese Herausforderung angenommen hat. „Die Kinder zeigen einem jeden Tag aufs Neue, dass sich die Arbeit gelohnt hat.“ Im Gebäude auf dem 6.000 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen evangelischen Gemeindezentrums „Arche“ ist auch die Ad-hoc-Betreuung „Fluggi-Land“ der medical airport service GmbH untergebracht.

Investition in Kinderbetreuung ist eine gut angelegte Investition in die Zukunft. Laut einer Umfrage des Industrie- und Handelskammertags unterstützt bereits jedes zweite Unternehmen seine Beschäftigten bei der Kinderbetreuung, vor neun Jahren war es nur ein Viertel. „Als wir die erste Kinderbetreuung aufgebaut haben, mussten wir uns noch für die Kosten rechtfertigen“, erinnert sich Michael Müller, Arbeitsdirektor der Fraport AG, „heute müssen sich die Unternehmen rechtfertigen, die nicht in entsprechende Betreuungsangebote investieren.“ Studien belegen, dass sich familienfreundliche Maßnahmen auszahlen, da sie die Zufriedenheit der Belegschaft steigern sowie die Bindung ans Unternehmen stärken.

Montag, Juli 11, 2016

"Sport unter Druck" - BdP zu Gast in der Commerzbank-Arena (11.07.2016)

Petra Tursky-Hartmann und Sabine Thurau - Commerzbank-Arena (2016)
Am 11. Juli hatte die Landesgruppe der Pressesprecher Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland zur Podiumsdiskussion „Sport unter Druck - Verabschiedet sich Deutschland von internationalen Großveranstaltungen?“ zur Podiumsdiskussion in die Commerzbank-Arena nach Frankfurt eingeladen. Die Idee zum exklusiven „Rasengeflüster“ zwischen Fußball-EM und Olympia, so die Landessprecherin Petra Tursky-Hartmann, habe sie mit Steffen Ball, Geschäftsführer Ballcom, lange vor den Ereignissen in Paris und Brüssel gefasst. Patrik Meyer, Geschäftsführer der Stadion Frankfurt Management GmbH, berichtete, dass sich „das Public Viewing nach etwas verhaltenem Start aber dennoch entwickelt und die Fans begeistert" habe. Sabine Thurau, Präsidentin des Hessischen Landeskriminalamtes, erklärte, dass das LKA seit dem Terroranschlag 1972 in München für jede größere Sportveranstaltung eine Lagebewertung vornehme. Jo Schindler, Veranstalter des Frankfurt Marathons, plädierte vor über 70 interessierten BdP-Mitgliedern dafür, sich – trotz aller Sicherheitsvorkehrungen – „die Leidenschaft für den Sport nicht nehmen zu lassen“.

Montag, Juni 06, 2016

Leinen los: BdP-Landesgruppe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland wählt neues Vorstandsteam (6.6.2016)


Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich die BdP-Landesgruppe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland am 6. Juni auf der „Wikinger“ zum Sommerfest. Bei der Bootsfahrt auf dem Main wurde u. a. auch der neue Vorstand der Landesgruppe gewählt: Petra Tursky-Hartmann, Pressesprecherin der medical airport service GmbH in Mörfelden-Walldorf, wird der Landesgruppe als Sprecherin vorstehen. Ferner gehören Sven Hirschler (Pressesprecher und Leiter Kommunikation Rhein-Main-Verkehrsverbund), Manuel Milani (Leiter Öffentlichkeitsarbeit bei der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung) und Angelika Werner (Leiterin Unternehmenskommunikation bei der Frankfurt School of Finance & Management) dem Team an. David Peter, der an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz Unternehmenskommunikation/PR, Publizistik und Filmwissenschaft studiert hat, komplettiert das Team als Young Professional im Vorstand. Verabschiedet wurde Brigitte Schlöter, Pressesprecherin der Barmer GEK in Hessen, die sich zwölf Jahre im Vorstand der BdP-Landesgruppe als stellvertretende Sprecherin engagiert hatte. Staatssekretär a.D. Dirk Metz, der die Landesgruppe mit ihr und Dominik Kuhn aufgebaut und geprägt hat, ließ die gemeinsame Zeit launig Revue passieren. Torsten Sälinger und Larissa Lauth (Young Professionals) standen aus beruflichen Gründen nicht mehr für das Team zur Verfügung.

Foto © Ralf Werner


Donnerstag, Mai 05, 2016

198. Geburtstag von Karl Marx in Trier


Das Karl-Marx-Haus ist das einzige Museum in Deutschland zu Leben, Werk und Wirkung von Karl Marx. Er war in seiner Zeit und ist bis heute ein umstrittener Gesellschaftskritiker.


Das Karl-Marx-Haus ist historisch-politischer Lernort mit internationaler Strahlkraft. Seit der Entdeckung des Hauses als Geburtsort von Karl Marx ist es zu einem geschichtspolitischen Symbol mit wechselvoller Geschichte geworden.


Heute ist es ein Ort der Information und der kritischen Auseinandersetzung sowohl in der Ausstellung wie in der Bildungs- und Vermittlungsarbeit. Das Spektrum umfasst historische Fragestellungen ebenso wie aktuelle gesellschaftspolitische Diskussionen. Das Karl-Marx-Haus selbst ist eine lernende Einrichtung, hat es sich doch entwickelt von der Gedenkstätte zur Dokumentationsstelle der Deutschen Arbeiterbewegung, über die spezialisierte Forschungsarbeit bis 2003 hin zu einem publikumsorientierten Museum, das sich nun auch der Wirkungsgeschichte von Karl Marx widmet.


Das Karl-Marx-Haus ist Teil der Friedrich-Ebert-Stiftung. Ausgerichtet ist es an den Grundwerten der sozialen Demokratie und bietet parteiübergreifend Veranstaltungen zu sozialen und politischen Fragen. 


Die Ausstellung im Karl-Marx-Haus will auf anschauliche Weise informieren: über die Person von Karl Marx, sein Leben, sein Werk, seine Bundesgenossen und seine Gegner.


Erstmals wird auch über die Wirkungsgeschichte berichtet, die vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart reicht und damit ein Panorama des 20. Jahrhunderts einschließt. Das barocke Ensemble des Geburtshauses nimmt viele Besucher durch seinen Charme gefangen. Und das Haus allein weckt Neugier und wirft Fragen nach Herkunft und Lebensumständen von Karl Marx und seiner Familie auf. Viele Menschen wollen wissen, wer dieser Karl Marx eigentlich war, dessen Namen nicht selten lediglich mit etwas in Verbindung gebracht wird, das einer unguten Vergangenheit angehört. Die Ausstellung zeigt etwas von diesem Leben, von Herkunft und Familie, von Werdegang und wechselnden Lebensumständen, vom jahrzehntelangen Exil in London, wo er starb und begraben ist.


Doch darüber hinausgehend will die Ausstellung vor allem politisch und historisch interessierte Menschen ansprechen und Interesse auch bei denen wecken, die nichts oder nichts mehr von Karl Marx wissen.


Donnerstag, April 28, 2016

Grenzerfahrungen zwischen Schweizerhäusern und Berliner Mauer


Glienicker Brücke in der Abendsonne © Petra Tursky-Hartmann

Es ist sicher ein Irrtum, denke ich. Oder es liegt an der Sonne? Und folge langsam den Kurven des frisch geharkten Kieswegs des von Lenné und Fürst Pückler-Muskau gestalteten Parks in Potsdam-Babelsberg. Doch es ist kein Spiel von Sonne und Schatten. Die Glienicker Brücke schimmert hundert Meter weiter auf Berliner Seite immer noch dunkler als auf Potsdamer Seite.

Die zweifarbige Glienicker Brücke © Petra Tursky-Hartmann

Dass das keine optische Täuschung ist, bestätigt Gerald am Abend auf dem Weg zur „Garage du Pont“, als wir bei Sonnenuntergang mit Pia über das Absperrgitter am Brückenkopf in den Westen „rübermachen“. Der Potsdamer Architekt lebt seit dem Fall der Mauer mit seiner Familie am Teltowkanal in Klein Glienicke – nahe der weltberühmten „Brücke der Spione“, die über 40 Jahre die Grenze zwischen Ost und West markierte.

Die historische Stahlkonstruktion ist auf West-Berliner Seite bereits Anfang der 1980er-Jahre saniert worden. Und auf DDR-Seite erst fünf Jahre später. Und obwohl der giftgrüne Lack aus derselben (West-)Fabrik stammte, hat man sich im Westen für den Farbton „DB 603“ und im Osten für die hellere Variante „DB 601“ entschieden. Wieso? Warum? Weiß niemand mehr so genau. Nur die Kosten für die Sanierung der Ostseite, die wurden auf zwei Millionen D-Mark veranschlagt und vom Westen übernommen. 

Zwischen Potsdam und Berlin © Petra Tursky-Hartmann

Ob die Glienicker Brücke irgendwann einmal im Einheitsgrün erstrahlt, wenn aus Korrosionsschutzgründen der nächste Anstrich fällig ist, weiß man noch nicht so genau. Denn für die Wahl des Farbtons ist der Denkmalschutz zuständig. Und wenn die Denkmalschutzbehörde die unterschiedlichen Grüntöne der Brücke „als historisch begründet“ einstufen sollte, könnte es in Zukunft laut „Potsdamer Neueste Nachrichten“ dann eben so bleiben. 

Die Brücke der Spione © Petra Tursky-Hartmann

Weltweit bekannt wurde die Glienicker Brücke jedoch nicht durch ihre unterschiedlichen Grüntöne, sondern durch den Austausch von Agenten während des Kalten Kriegs. Der englische Spitzname der Brücke hat Steven Spielberg inspiriert, 2015 an diesem historischen Ort mit Tom Hanks den Film „Bridge of Spies“ zu drehen. An die innerdeutsche Grenze erinnert heute nur noch ein dünnes Metallband im Asphalt mitten auf der Brücke.

Doch Gerald, Pia und ihre Freundin Bobbel können noch viel mehr über dieses einmalige Landschaftsensemble, das die UNESCO im Jahr 1990 zum Weltkulturerbe erklärt hat, erzählen. „Leben in Klein Glienicke ist wie wandern durch deutsche Geschichte“, strahlt die Frankfurter GrafikDesignerin Bobbel, die die Wochenenden am Rande des Ortes in ihrer Remise verbringt. 

© Jens Arndt: Glienicke - Vom Schweizerdorf zum Sperrgebiet

Das Dorf liege zwar auf Berliner Gemarkung, doch durch die Eingemeindung nach Babelsberg gehört es eben zu Brandenburg. Was im Kalten Krieg tief greifende Konsequenzen für die 400 Einwohner hatte, weil der Osten damals als „Sperrzone“ direkt in die West-Berliner Gemarkung hineinragte. Sie sei „Der Blinddarm der DDR“, gewesen, schrieb der Tagesspiegel 2009 über diese völlig isolierte Enklave im Grenzgebiet. 

Welche Konsequenzen das Leben hinter der Mauer an ihrer „engsten Stelle der insgesamt ziemlich engen DDR“ hatte, haben Zeitzeugen Jens Arndt für sein Buch „Glienicke. Vom Schweizerdorf zum Sperrgebiet“ erzählt. 

Leben im Kalten Krieg © Petra Tursky-Hartmann

Eingemauert in der „Sonder-Sicherheitszone“ musste jeder, der am Kontrollposten vorbei wollte, einen besonderen Passierschein vorzeigen. Und den bekam eigentlich nur, wer im Ort wohnte. Spontanbesuche waren vom Ministerium für Staatssicherheit nicht vorgesehen, Familienfeiern mussten Monate im Voraus geplant und beantragt werden.

Mahnmal im ehemaligen Todesstreifen © Petra Tursky-Hartmann

„Hinter unserem Garten stand die Mauer“, berichtet Gerald und zeigt ein Foto seines Hauses, wie ihr „Zimmer mit Ausblick“ vor 1989 doppelt eingemauert war. Nach dem 13. August 1961 wurden die Grenzbefestigungen am Ufer der Glienicker Lake mit einer „Vorderlandmauer“ und ein paar Meter weiter mit einer „Hinterlandmauer“ versehen. Dazwischen lag der unüberwindbare Todesstreifen. „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“, hatte DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht noch am 15. Juni 1961 in einer Pressekonferenz verkündet. 138 Menschen sind in den Jahren danach allein in Berlin bei Fluchtversuchen gestorben. Neben der einspurigen Parkbrücke am Teltowkanal Richtung Potsdam erinnern fünf Stelen an die Mauertoten hier am See.

Verschönerungs-Plan der Umgebung von Potsdam, 1833.
Nach Lenné, gezeichnet von seinem Schüler Gerhard Koeber © Wikipedia

Pia zeigt mir das liebevoll restaurierte Haus. An vielen Ecken spürt man, dass hier ein Architekt und eine Kunsthistorikerin gemeinsam am Werk war. „In Potsdam kann man alles mit dem Rad machen“, lächelt sie und reicht mir auf dem Balkon eine kühle Saftschorle. Ihre Hand holt weit aus. „Gärten und Schlösser in Potsdam, Erfrischung in den Seen, Picknick im Park, hier kannst du die Seele baumeln lassen“, schwärmt sie. Nachdenklich schweift mein Blick in den Babelsberger Schlosspark gegenüber.

Plakat im Schlosspark Babelsberg © Petra Tursky-Hartmann

Der Zweite Weltkrieg und der Eiserne Vorhang haben auch in meiner Familie tiefe Spuren hinterlassen. Meine Oma hatte, aus Schlesien kommend, 1938 mit gerade einmal neunzehn Jahren in Potsdam einen Job als Haushaltshilfe gefunden. Und hier im selben Jahr geheiratet. Ein Jahr später wurde ihr Mann zur Wehrmacht eingezogen. Als sie ihn neun Jahre später, nach seiner Entlassung aus russischer Kriegsgefangenschaft, in einem Übergangslager für Heimatvertriebene in Bayern wiedersah, waren sich die beiden bereits mehr als fremd geworden. Bis zu ihrem Tod ist sie nie wieder in die preußische „Stadt der Schlösser“ zurückgekehrt. 

Zimmer mit Ausblick auf den Schlosspark Babelsberg © Pia von Kähne

Der Kalte Krieg und das geteilte Deutschland sind in der warmen Frühlingssonne unendlich weit entfernt. Unten im Garten blühen die Apfelbäume. Und irgendwie duftet es nach Flieder. Durch die weit geöffneten Panoramafenster genießen Pia, Bobbel und ich den Frühling im „Haus am See“. Mir fällt spontan Peter Fox ein. Gegenüber am historischen Dampfmaschinenhaus hört man Arbeiter hämmern. 

Erzengel Michael im Schlosspark © Petra Tursky-Hartmann

Lenné und Pückler-Muskau haben hier im Auftrag von Kaiser Wilhelm I. und seiner Gemahlin Augusta eine wunderschöne, leicht zum See abfallende Landschaft gestaltet, die gerade von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg aufwendig rekonstruiert wird. Im Park erinnert das Standbild des Erzengels Michael im Kampf mit einem Drachen an die 1848 im Badischen Aufstand gefallenen preußischen Soldaten.

Historisches Schweizerhaus in Klein Glienicke © Petra Tursky-Hartmann

Doch auch Prinz Carl von Preußen, der Bruder von Friedrich Wilhelm IV., ließ sich vom Zeitgeist des 18. Jahrhunderts inspirieren. Damals stand die Schweiz als Synonym für ein naturnahes Lebensgefühl. Und so entstanden zwischen 1863 und 1887 unter dem Architekten Ferdinand von Arnim zehn stilechte Schweizerhäuser um den Böttcherberg in Klein Glienicke. Vier sind noch im Original erhalten, der Rest ist mehr oder weniger dem Mauerbau zum Opfer gefallen.

Das neue Parkchalet © Petra Tursky-Hartmann

Gerald und Pia haben nun ein fünftes Schweizerhaus gebaut. Aber nicht in den Alpen. Sondern hier, in Klein Glienicke, in der Louis-Nathan-Allee 9. Auf den Grundmauern, wo bis 1961 schon einmal eines stand. Ihr Parkchalet ist ein beeindruckendes Wohnhaus, das sich mit seiner holzverzierten Fassade, dem umlaufendem Balkon und schiefergedeckten Dach perfekt in den historischen Ort einpasst. Die rund 400 Quadratmeter Wohnfläche sind auf fünf Wohnungen aufgeteilt, die Pia vermietet.

Historische Steine im neuen Chalet © Petra Tursky-Hartmann

„Wir haben uns an den verbliebenen Häusern orientiert. Unser Chalet soll sich harmonisch in das Ensemble der verbliebenen Häuser einfügen“, erzählt Gerald und zeigt auf das Schweizerhaus von ihrem Nachbarn Sven, der in seinem Garten niedlich flauschige Alpakas züchtet. Sowohl bei den Materialien als auch bei der Farbgebung hat sich der Potsdamer Architekt von der Geschichte der ehemaligen Schweizerhäuser inspirieren lassen. Nur auf die spielerischen Schnörkel und Schnitzereien aus Holz wurde verzichtet.

Grenzverlauf der Mauer © Petra Tursky-Hartmann

Am Parkplatz vor dem Chalet steht die letzte Stele der Mauer, die damals rund um Klein Glienicke lief. Es ist ein mahnendes Relikt. „Das alte Schweizerhaus ist von der DDR ‚geschliffen‘ worden, weil es zu nah an der Grenze stand“, empört sich Pia. 

Gerald, Pia und Bobbel am Mauerbaum © Petra Tursky-Hartmann

Sie zeigt mir die Reste des Stacheldrahtzauns vom Sommer 1961, der im Laufe der Zeit tief in die Rinden der Eichen und Buchen eingewachsen ist. Nachdenklich streiche ich über die verrosteten Ecken der rot markierten Grenzbäume. „Geschliffen“ klingt immer noch viel zu nett für den Frevel der DDR, Menschen hinter Mauern einzusperren und gewachsene Landschaften zu zerschneiden. „Hier wieder ein Haus zu bauen war für uns eine historische Herausforderung“, sagt Gerald, und in seiner Stimme schwingt so etwas wie Stolz. Man kann den beiden nur zustimmen und sie zu ihrem Mut und ihrer Kreativität beglückwünschen.


Autorin/Fotos: Petra Tursky-Hartmann vor dem neuen Parkchalet (April 2016)


Nachtrag: Wie es um Preußens Preußens Arkadien zur Mauerzeit bestellt war und Peter Joseph Lennés "Sichtachsen" pervertiert wurden, um Fluchten zu verhindern, zeigte der rbb am 19. Juli 2016 mit "Gärtner führen keine Kriege".  

Donnerstag, April 14, 2016

BdP-Besuch bei Interxion


Interxion (sprich „Inter-Action“) zählt mit 41 Rechenzentren in  elf Ländern zu den größten Rechenzentrumsbetreibern in Europa. Am 14. April 2016 besichtigten 25 Mitglieder der Landesgruppe Hessen/Rheinland-Pfalz/ Saarland das Unternehmen, auf dessen Campus eine hohe Sicherheitsstufe herrscht. Marketing-Managerin Mareike Jacobshagen, Volker Ludwig, Director Sales & Marketing, sowie Markus Steckhan, Senior Sales Consultant, standen den BdP-Mitgliedern ausführlich und engagiert Rede und Antwort.
Am DE-CIX, dem größten Internetaustauschknoten der Welt, werden derzeit im Frankfurter Rechenzentrum von Interxion pro Sekunde über 5,5 Terrabyte Daten umgeschlagen. Hier laufen die Anwendungen von Medienunternehmen, der Telekommunikationsbranche oder  der Bank- und Finanzindustrie zusammen. Auch Cloud-Anwendungen könnten Anbieter in den Rechenzentren von Interxion verwalten. Dazu vermietet Interxion Raumkapazitäten an Kunden, die eigene Server betreiben und warten. Sicherheit, Energie, eine skalierbare, ausfallsichere Infrastruktur und eine herausragende Konnektivität sind die Erfolgsfaktoren des Unternehmens - und somit auch für den Standort Frankfurt, was Markus Steckhan  bei der Führung anschaulich skizzierte.
Das Unternehmen wurde 1998 in den Niederlanden gegründet und expandierte ein Jahr später nach Deutschland. Heute profitiert man davon, ein europäisches Unternehmen zu sein, das nicht dem amerikanischen „Patriot Act“ unterworfen ist. Seit Edward Snowdon sei die Sensibilität für das Thema Datensicherheit enorm gestiegen. „Interxion ist überall dort, wo Unternehmen und Menschen Daten austauschen“, betonte Volker Ludwig. So habe man für den Frankfurter Standort das Ostend gewählt, da hier zwei große Glasfasertrassen verlaufen. „Hier - bei Interxion und auch in Frankfurt - laufen die Netze zusammen“, sagte Mareike Jacobshagen. Die Rechenzentren von Interxion „sind das Herz der digitalen Ökonomie“, so Ludwig.  Er sieht für das Unternehmen große Wachstumschancen, denn „viele Unternehmen haben die Potenziale von „Industrie 4.0“ noch nicht realisiert.“
Nach Vortrag und Führung lud Interxion zu einem Empfang ein, bei dem die Gespräche rund um die digitale Infrastruktur bis in den späten Abend fortgesetzt wurden.