Montag, Februar 26, 2018

Litauen 2016 - eine Reise an die Memel und zurück

Die Memel – 937 Kilometer von Weißrussland über Litauen bis ans Kurische Haff und die Ostsee
„Schön, Sie zu sehen, Herr Arlauskas“, begrüße ich den älteren Herrn, der mich an diesem sonnigen Tag im August 2016 am Gartentor der „Secret Garden Boutique“ in Vilnius erwartet. Sein Handschlag ist zupackend. Schon in den Mails, die wir in den vergangenen Wochen zur Vorbereitung meiner Reise nach Litauen gewechselt hatten, habe ich den Eindruck gewonnen, dass der Major im Ruhestand – aus welchen Gründen auch immer – keine Zeit zu verlieren hat.
Vilnius, die Hauptstadt von Litauen, die Kathedrale St. Stanislaus mit dem Glockenturm
und  die Kirche des heiligen Franziskus und heiligen Bernhardin
„Kazimieras Arlauskas wird Sie vor Ort unterstützen“, hatte Viola Krause, die hessische Landesgeschäftsführerin vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, mir mitgeteilt, nachdem ich zufällig den seit 1944 vermissten Onkel meiner Mutter in der Online-Gräbersuche des Verbands gefunden hatte. Und jetzt stehe ich im „Rom des Ostens“ – dessen barocke Altstadt 1994 von der UNESCO zum Welterbe erklärt wurde – und erfahre von dem mir freundlich zugewandten Mann in sportlicher Outdoor-Jacke mehr über eine längst vergangene Zeit. „Der Onkel Ihrer Mutter ist laut unseren Unterlagen für den Soldatenfriedhof der 69. Infanteriedivision in Naukamis registriert worden“, bestätigt er und zieht ein Foto aus einer blauen Mappe, auf der das weiße Logo einer von Sternen umringten Waage prangt. Während ich an einem Glas frisch gepressten Apfelsaft nippe, telefoniert er in einer Sprache, von der ich leider kein einziges Wort verstehe. „Sie werden übermorgen Frau Saulėnienė in Schloss Panemunė treffen. Sie ist Schulleiterin in Skirsnemunė und spricht sehr gut deutsch“, nickt er zufrieden. Dann springt er unvermittelt auf. „Kommen Sie, ich möchte Ihnen Vingio-Park zeigen.“
Zentraler Gedenkplatz im Vingio-Park – Soldatenfriedhof des 
Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Vilnius
Der Stadtpark ist ein beliebter Veranstaltungsort in der litauischen Hauptstadt. Während der Perestroika traf sich hier zwischen 1989 und 1991 die sogenannte Singende Revolution. Das Scharnier des hohen schmiedeeisernen Tors zum Soldatenfriedhof quietscht, als Herr Arlauskas es aufstemmt. Er habe auch gedient, erzählt er, als wir über die frisch geharkten Kieswege zum zentralen Gedenkplatz hinauflaufen. Ausgebildet worden sei er als „Radarspezialist für die Flug-abwehr der russischen Armee.“ Und dann erzählt er von seiner Arbeit für die Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Es klingt wie eine Mission. Oder eine Berufung. Dort oben sind mehr als 2.000 Namen von deutschen Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg in Vilnius gefallen sind, in zwölf graue Steintafeln gemeißelt worden. Aber auch ungarische, österreichische, russische und jüdische Soldaten wurden im weitläufigen Grün hinter der Biegung der Neris begraben. Auf einem polnischen Grabstein liegen frische Steinpilze als letzten Gruß für einen Gefallenen. „Patenfriedhof der Reservisten-kameradschaft Roter Adler Lehnitz/Brandenburg“, entziffere ich auf einem verwitterten Emailleschild. Plötzlich brechen Sonnenstrahlen durch das dichte Laub der hochgewachsenen Buchen und zaubern ein stimmungsvolles Licht über das multinationale Gräberfeld.
Der geografische Mittelpunkt Europas bei Purnuškės
Es mag für einen Außenstehenden vielleicht seltsam anmuten, aber seit meine aus Schlesien geflüchtete Oma gestorben ist, verspüre ich ein unbeirrbares Bedürfnis, so etwas wie Ordnung in meinem privaten Ahnenkosmos zu schaffen. Als Kind habe ich gerne Puzzles von großen Landschaften zusammengesetzt. Nur, mein Familienpuzzle ist weitaus komplizierter. Denn einige Teile sind offensichtlich unwiederbringlich verloren gegangen. Und andere Teile passen überhaupt nicht zusammen, obwohl sie das eigentlich sollten. Und einzelne Stücke passen nur, weil man sie mit hohem Aufwand zurechtfrisiert hat, damit sie sich wieder ins Gesamtbild einfügen. Das sind leider die Teile, die mich am meisten aufregen. Aber es gibt auch farblose Elemente. Und ein rotes, aber das ist die Ausnahme. Meine Freundin Marion hat meine Sisyphusarbeit am Telefon mit den Worten „Heute hätten sicher die meisten Deutschen gerne einen Widerstandskämpfer in ihrer Familie gehabt“ gewürdigt.
Erhard Biemüller, 26.04.1923 (Hüffelsheim) bis 25.09.1944 (Raudonenai)
Der Onkel meiner Mutter ist mehr durch Zufall in den Fokus meines Privatpuzzles gerückt. Eigentlich hatte ich ja nur wissen wollen, ob meine beiden Großmütter Mitglied in der NSDAP gewesen sind. Diese Frage hatte das Bundesarchiv in Berlin im Januar 2016 verneint, aber meine Recherche habe „einen Hinweis auf einen Erhard Biemüller“ im Freiburger Militärarchiv ergeben. Das hat mich hellhörig werden lassen, denn das Geburtsdatum 26. April 1923 stimmte mit dem Datum einer kleinen vergilbten Todesanzeige – „treues Soldatenherz, Kriegsfreiwilliger, Heldentod“ – überein, welches die Elli-Oma bis zu ihrem Tod im Sommer 1998 in ihrem Schreibtisch aufbewahrt hatte.
      Soldatenfriedhof des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Kaunas (Litauen)
Vier Wochen später halte ich die Kopien einer dürren Personalakte inklusive einer grauen „Heeresbeförderungskarteikarte“ in meinen Händen. „Onkel Erhard war in Italien im Krieg“, hatte meine Mutter bis zu diesem Tag unerschütterlich reklamiert. „Onkel Erhard ist am 25. September 1944 in Raudonėnai in Litauen gefallen“, habe ich Ende Februar 2016 dementiert und ihr die Papiere aus Freiburg gereicht. Wobei ich aus den Unterlagen damals nicht erkennen konnte, ob der Onkel in Litauen beerdigt worden ist. Aber ein Oberst Wenck von der 69. Infanteriedivision hatte Erhard „aufgrund seiner klaren nationalsozialistischen Haltung“ noch posthum vom Oberfährich zum Leutnant befördert. Mich hat das ziemlich aufgewühlt. Denn zu dem Zeitpunkt hatten die Nationalsozialisten Europa bereits in Schutt und Asche gelegt und Millionen Menschen ermordet. Ungeachtet dessen hatte ein braver Beamter in Berlin, quasi in den letzten Atemzügen des „Dritten Reichs“, am 24. April 1945 penibel seinen Job gemacht und diese Nullachtfünfzehn-Karteikarte mit dem Vermerk „Nachträgliche Beförderung zum aktiven Offizier“ in einen der vermutlich letzten Geschäftsgänge der Wehrmacht gegeben. „Davon weiß ich nichts“, hatte meine Mutter ungläubig den Kopf geschüttelt und die Papiere keines Blickes gewürdigt. „Die haben uns nur seine Pistole zurückgeschickt“, hat sie wütend gemurmelt. „Die hat die Elli-Oma, als die Amerikaner in Bretzenheim einmarschiert sind, aber ganz schnell im Plumpsklo versenkt.“
      Mit der Fähre von Klaipeda zur Kurischen Nehrung
Laut Wikipedia sind während des Zweiten Weltkriegs etwa 20.000 Wehrmachtsangehörige allein in Litauen gefallen. Im Gedenkbuch des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist vermerkt, dass Erhard Biemüller in Naukaimis bei Jurbarkas beerdigt wurde. „Für den Ort liegen uns insgesamt 17 Meldungen vor, aber es wurden noch keine Exhumierungen durchgeführt“, holt mich Herr Arlauskas aus meinen Gedanken zurück. Google zeigt für Naukaimis einen Aussiedlerhof zwischen Kaunas und Kaliningrad an. Das sollte nicht allzu schwer zu finden sein, habe ich spontan gedacht. Zu Hause hatte ich bereits „Raudonėnai“ ins Navi meines Audis getippt. 1.756 Kilometer hatte der Bordcomputer berechnet. Also zwei Tage und Nächte mit meinem Auto bis an die Memel, die in Litauen „Nemunas“ heißt. Um die Reise in die Vergangenheit zu beschleunigen, habe ich einen Lufthansa-Flug nach Vilnius gebucht.
Fam. Biemüller (Sommer 1937, v. l. n. r.): Liesbeth Biemüller, Peter Wilhelm Riedle, Elli Riedle mit Tochter 
Elise Riedle, Margarete Biemüller, Erhard Biemüller, Margarete und Viktor Voigt
Als wir zur „Secret Garden Boutique“ zurückkehren, ist die Bernardinų-Gasse menschenleer. Nur eine Handvoll Spatzen tobt laut tschilpend im Staub einer ausgetrockneten Pfütze. Rosa Hortensien duften verschwenderisch im Garten. Und die Apfelbäume im Hof tragen bereits reichlich Früchte. Nachdem ich das schwere Holztor hinter uns geschlossen hatte, dringt nichts vom tosenden Verkehrslärm um den Kathedralenplatz mit der Statue des Gediminas in unseren Garten.
Das „Secret Garden Boutique” Hotel in der Altstadt von Vilnius
Herr Arlauskas blättert aufmerksam durch die vergilben Fotos und Feldpostbriefe von Erhard, die meine Großmutter in eine Plastikfolie eingeschlagen hatte. Auf einem Bild legt der kleine Bruder, umringt von seinen drei älteren Schwestern, ihren Ehemännern und seiner Nichte, väterlich beschützend die Hand auf die Schulter seiner Mutter. Aber natürlich gibt es auch ein Foto von Erhard in Wehrmachtsuniform, mit akkuratem Seitenscheitel, schwarzen Stiefeln und fest entschlossener Miene. Der Blick mache ihr Angst, hatte Alina, die für unser Wohlergehen in der Secret Garden Boutique sorgt, am nächsten Morgen bei leckeren Pancakes und aufgeschäumtem Milchkaffee bemerkt. Sie interessiert, warum ich, eine Deutsche, den Sommer im kühlen Norden Europas verbringe statt in den sonnigen Süden zu fliegen.
Užupis, der Stadtteil „jenseits des Flusses“ in Vilnius
Neben den weltberühmten Kirchen solle ich mir Užupis anschauen, den Stadtteil, den Künstler 1990 für unabhängig erklärt hatten. Dort habe jeder das Recht, glücklich zu sein. Oder unglücklich. Und nach Šiauliai müsse ich fahren, zum „Berg der Kreuze“. Dort würde ich ihr Land verstehen. 
Litauen ist kleiner als Bayern und mit 2,8 Millionen Einwohnern – Hessen hat sechs Millionen zum Vergleich – eher dünn besiedelt. Aber die litauische Geschichte ist viel enger, als mir das vor meiner Reise bewusst gewesen war, mit unserer deutschen Geschichte verbunden. Das Land im Baltikum ist zwar erst 1918 unabhängig geworden, aber bereits im März 1939 mussten sie das „Memelland“ wieder ans Deutsche Reich abtreten. Im „Hitler-Stalin-Pakt“ wurde Litauen anschließend den Deutschen zugeschlagen, doch bereits 1940 wieder von der Sowjetunion annektiert. Wer konterrevolutionär, antisowjetisch oder gar der Wirtschaftssabotage verdächtig war, wurde inhaftiert, in Gulags deportiert oder ermordet. Nach dem 22. Juni 1941 überrollte dann der deutsche „Blitzkrieg“ das kleine Land im Baltikum. Im Holocaust wurden allein 200.000 litauische Juden erschossen, vergast, ermordet.
Museum für die Opfer des Genozids am „Gedimino prospektas“ in Vilnius – Hitler-Bild vom Flohmarkt
Wie bedrohlich die prekäre geopolitische Lage zwischen Deutschland und Russland ist, kann man übrigens hautnah im Hinrichtungskeller des „Genocido aukų muziejus“ in Vilnius erleben. Der 1899 erbaute Gerichtshof am „Gedimino prospektas“ diente sowohl der Gestapo als auch dem KGB als Zentrale. An der Südseite sind 199 Namen von Ermordeten zur Erinnerung an ihren Widerstand gegen den russischen Geheimdienst eingemeißelt. Die Ausstellung im Museum der Opfer des Genozids geht aber auch auf die deutsche Besatzung unter Horst Wulff und die rund 60.000 zur NS-Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppten Litauer ein.
 Gedenken an die vom KGB ermordete Litauer am „Gedimino prospektas“
Zum Abendessen im „Forto Dvaras“ bestellt Herr Arlauskas „Cepelinai“. Die mit Sauerrahm und Hackfleisch gefüllten Kartoffelklöße sind eine landestypische Spezialität, wobei der Name von der Form deutscher Luftschiffe im Ersten Weltkrieg abgeleitet ist. Als wir auf unseren Espresso warten, schenkt er mir zum Abschied ein kleines hellgelbes Büchlein. „Tik Vieneri Metai – Kai kurios gyvenimo ir tremties akimirkos (Nur ein Jahr – Einige Momente im Leben und im Exil)“ erzählt in Litauisch und Russisch die Geschichte seiner Familie. Denn sein Großvater wurde nach 1945, wie 30.000 Litauer, „auf ewige Zeiten“ nach Sibirien verbannt. Erst 2006 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte diese Zwangsdeportationen als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ verurteilt.
Major im Ruhestand: Kazimieras Arlauskas, deutscher Beauftragter für den 
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Litauen  
Schrift von Juozas Arlauskas „Nur ein Jahr – Einige Momente im Leben und im Exil“
Sein Opa, erinnert sich Herr Arlauskas, sei aber bereits 1949 in der Nähe von Irkutsk gestorben und beerdigt worden. Dann blickt er nachdenklich aus dem weit geöffneten Balkonfenster auf die belebte „Pilies gatvė“, wo eine Gruppe Jugendlicher unbeschwert lachend entlangflaniert. „Nach Stalins Tod durften meine Eltern plötzlich wieder nach Hause“, berichtet der 65-Jährige, und sein akkurat gestutzter grauer Schnurrbart zittert. Nachdem Litauen 1991 seine Unabhängigkeit erklärt hatte, sei er mit seinem Vater noch einmal in den Zug nach Sibirien gestiegen. „Wir haben den Opa nach Hause geholt“, nickt der ältere Herr zufrieden und klappt lächelnd die Seite mit den Schwarz-Weiß-Fotos seiner Familie in Irkutsk wieder zu. Erst in Frankfurt, als ich die kleine Kladde aus dem Koffer auspacke, frage ich mich, ob seine Reise nach Sibirien ein Grund war, warum er sich mit so viel Leidenschaft für die Kriegsgräberfürsorge engagiert?
Zeichnungen vor dem Eingang zum Museum für die Opfer des Genozids in Vilnius
Als wir zwei Tage später auf dem Weg nach Panemunė das spektakuläre „Banknote Office Center“ in Kaunas passieren, erinnere ich mich an eines meiner Frühstücksgespräche mit Alina. Die außergewöhnliche Fassade ist der 1.000-Litas-Banknote nachempfunden, die aber seit der Einführung des Euro am 1. Januar 2015 Geschichte ist. Die neue Währung habe die Lebensmittelpreise in Litauen heftig verteuert, hatte Alina kritisiert, als wir im „Café Pinavija“ ihren Lieblingskuchen kaufen. Doch seitdem Russland die Krim annektiert habe, hätten die Litauer ganz andere Sorgen. 
Das „Banknote Office Center“ in Kaunas
Einige Tage vor meinem Abflug nach Vilnius hatten sich die Staats- und Regierungschefs der NATO in Warschau, als Reaktion auf das Vorgehen Russlands im Ukraine-Konflikt, verständigt, jeweils ein Bataillon in Polen, Lettland, Litauen und Estland zu stationieren. Und die Deutschen sollten die Führung in Litauen übernehmen. Mich hatte das irgendwie befremdet, ausgerechnet die Bundeswehr in ein Land zu entsenden, welches die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg rücksichtslos unterworfen hatte. Und würde Russland diesen NATO-Beschluss nicht als Provokation empfinden?
Zeugnisse der Vergangenheit vom Flohmarkt in Vilnius  Auf dem Weg Richtung Kaliningrad (Königsberg)  
Ich erinnere mich an Fernsehbilder vom Sommer 1991 und an den Sturz einer meterhohen Leninstatue vom Marmorsockel. Nur die bronzenen Unterschenkel ragten unter dem Beifall Tausender gebrochen in den Himmel von Vilnius. Seitdem sind nahezu alle sozialistischen Skulpturen zerschlagen, eingeschmolzen oder verkauft worden. Ein litauischer Millionär hat über 80 der ausgemusterten Stalins, Lenins, Marxe und Engels erworben und im „Grūto parkas“, unweit der weißrussischen Grenze, als eine Art „sozialistischen Streichelzoo“ ausgestellt. „Man weiß nie, was noch kommt“, hatte sich Alina von mir in Vilnius verabschiedet.
           Schloss Panemune an der Memel
Unweit der Bundesstraße 141 von Kaunas nach Jurbarkas, am malerischen Ufer der Memel, liegt „Panemunės pilis“. Das majestätische Schloss gehört heute der Kunstakademie von Vilnius. Ein Gutsbesitzer ungarischer Herkunft namens Janusz Eperjesz hatte den Bau vor über 400 Jahren begonnen. Wobei die 13 – nein, ich bin nicht abergläubisch – luxuriösen Hotelzimmer im rechten Flügel der Burg allesamt nach historischen Persönlichkeiten benannt sind. Auf der mit goldenen Lilien bestickten roten Brokatdecke meines Queen-Size-Betts habe ich mich mindestens so gräflich wie Eleonora Tiškevičiūtė Gelgaudienė, nach der mein Zimmer benannt ist, gefühlt. Dicke Rundtürme mit Schießscharten flankieren die zweigeschossigen Flügel um einen trapezartigen Innenhof, wo an diesem herrlichen Sommertag ein halbes Dutzend Kinder unbefangen herumtollt. Ich bestelle frisch gepressten Apfelsaft und erfahre von den Gästen am Nebentisch, dass ihr Anführer Eddi heiße, aus Münster stamme und Litauen mit seinen drei Freundinnen per Rad erkunde. „Frau Hartmann? Dainora Saulėnienė“, begrüßt mich eine blond gelockte Frau in meinem Alter mit einem warmherzigen Lächeln. Schnell kommen wir miteinander ins Gespräch. „Woher wusste Herr Arlauskas eigentlich, dass ich Deutsch spreche?“, unterbricht sie mich plötzlich, und ich muss passen.
Denkmal für Ghandis Weggefährten Hermann Kallenbach in Rusne 
Ihre Großeltern, berichtet sie, hätten früher in Heydekrug, dem heutigen Šilutė, gelebt. Und deutsch gesprochen. Wenn man Richtung Kaliningrad – das ehemalige Königsberg – fahre, komme man an dem Ort vorbei. In Rusnė, dem letzten Dorf vor der litauisch-russischen Grenze, sei übrigens Hermann Kallenbach, der einstige Weggefährte von Mahatma Ghandi, geboren worden. Dann brechen wir auf. Wobei wir zuerst nach Skirsnemunė fahren, zur Schule, wo Dainora Saulėnienė unterrichtet. An ihrem Elternhaus überrascht uns ihre Schwester mit frisch gepflückten Äpfeln und Aprikosen. Wie schon in Vilnius bin ich schwer beeindruckt von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die uns Deutschen – meine beiden Großcousinen begleiten mich auf dieser Fahrt – überall entgegengebracht wird.
Mit Dainora Saulėnienė von Schloss Panemune über Skirsnemunė (ehem. Christmemel) nach Naukaimis
Gestärkt setzen wir unsere Reise nach Naukaimis fort. Der Straßenrand der schmalen Landstraße Richtung Norden ist nahezu an jedem Abzweig von einem Stein- oder Holzkreuz flankiert. Grüne Wiesen wechseln sich mit endlosen Weizenfeldern ab. In einem Acker voller Klee picken zwei Störche emsig nach Würmern und Mäusen, und eine schwarz-weiß-gefleckte Kuh, die an einen blechernen Wassertank angebunden ist, beäugt die beiden stoisch kauend. Über uns ziehen Kumuluswolken, die der Wind wie riesige weiße Wattebäusche Richtung Russland pustet „Stopp!“ Dainora zeigt auf einen großen Aussiedlerhof mit Stallungen und Storchennest. „Hier ist Naukaimis“, sagt sie. „Und der Hof da drüben“, und sie deutet auf ein zweites Gehöft in etwa zwei Kilometern Entfernung, „dort auch.“ Vor uns biegt ein schwarz geschotterter Weg in die Felder ab. „Alle Bauernhäuser hier oben“, sagt die Schulleiterin und deutet mit der Hand in die Ferne, „… das alles ist Naukaimis.“ Für einen Moment bin ich irritiert, bevor ich begreife, was sie da gerade gesagt hat. Darauf war ich nicht vorbereitet. Bestürzt versuche ich, meine Enttäuschung zu verbergen. „Tut mir leid“, entschuldige ich mich. Doch Dainora berührt kurz meinen Arm, und es fühlt sich tröstend an. In ihrem Dorf gebe es noch eine alte Frau, sagt sie. Vielleicht erinnert sie sich, wo damals die toten Soldaten beerdigt wurden. Ich bin überrascht, wie viel Zeit sie sich nimmt, um mir zu helfen. Als ob sie meine Gedanken erraten habe, lächelt sie plötzlich und sagt, es sei schön, mal wieder deutsch zu hören „… und deutsch zu sprechen.“
Am Ufer der Memel – am Ufer der alten Poststraße von Kaunas bis Klaipėda (Memel) und Königsberg
Nach dem Abendessen im Schloss zieht mich der Sonnenuntergang ans Ufer des Flusses zurück. Die Memel ist hier etwas breiter als der Main in Frankfurt. Aber viel flacher und sandiger. Zumindest habe ich seit Kaunas kein Binnenschiff gesehen. Der Ponton schwankt, als ich niederknie, um meine Hand in das trübe Wasser einzutauchen. Nur wenige Kilometer flussaufwärts ist am 25. September 1944 das Schicksal des kleinen Bruders meiner Oma mit einem Kopfschuss besiegelt worden. „Liebe Mama“, hatte Erhard am 27. Oktober 1943 mit der Feldpost von seinem Flieger-Ausbildungsregiment in Sardinien geschrieben. „Du brauchst dir wirklich nicht so viel Sorgen zu machen. Bisher bin ich gut durch den Krieg gekommen, und ich glaube fest daran, dass ich einmal gesund und munter heimkehren werde. Die Elli hofft wiederum, dass ihr Mann in Urlaub kommt. Mit meinem Urlaub steht es sehr schlecht. Dass ich K.O.B. (Kriegsoffiziersbewerber Anm. d. Verf.) geworden bin, habe ich dir ja schon berichtet.“ 
Feldpostbrief von Leutnant Erhard Biemüller (Auszug) – 
Operation "Bagration“ – die sowjetische Offensive gegen die Heeresgruppe Mitte,
22. Juni bis 29. 
August  1944. © Zentrum für  Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
Eine Windböe biegt die meterhohen Halme des undurchdringlichen Schilfs raschelnd zur Seite. Gegen den angriffslustigen Mückenschwarm, der mich in der aufziehenden Dämmerung unbarmherzig attackiert, bin ich chancenlos. Flussabwärts, wo das Wasser der Memel auf den Horizont trifft, verfärbt ein blutroter Sonnenuntergang den Himmel. In meinem Kopf spult sich plötzlich wieder die eine Szene aus dem Film „Unsere Mütter, unsere Väter“ ab, als Tom Schilling als Wehrmachtssoldat Friedrich Winter zynisch prophezeit, dass Krieg „nur das Schlechteste in uns zum Vorschein bringt.“ Sein Wandel vom Pazifisten zum Mörder ist sicher auch ein Grund, warum mich die Schicksale meiner Familie interessieren. Was unbarmherziger Drill, Hass und Verblendung aus Menschen machen, hat Erhard im Herbst 1943 in einem seiner Feldpostbriefe notiert. Sein Lehrgang sah vor, dass er einmal pro Woche mit den Offizieren essen sollte. Doch nachdem er das Fleisch auf dem Teller in kleine Stücke zerschnitten hatte, sei er dafür vom Kompaniechef gerügt worden. „… ich will ja zuerst ein guter Frontoffizier werden und in 2. Linie ein Gesellschaftsbulle“, schreibt er betrübt über sein Fehlverhalten. Der Ponton schaukelt in den sanften Wellen des Flusses. Erst im Juni 1944 hatte die sowjetische Armee die „Operation Bagration“ im Baltikum gestartet. Am 12. April 1945 waren die letzten deutschen Soldaten der Heeresgruppe Mitte in Königsberg in russische Gefangenschaft gegangen.
Soldatenfriedhof des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Tauragė, Litauen
Wie mag der kleine Bruder meiner Großmutter seine Verlegung im August 1944 erlebt haben, als die Deutschen ihr „Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt“ geschmettert und sich anschließend über alle Grenzen erhoben haben? Offensichtlich sei Erhard nach erfolgreicher Absolvierung seines Fähnrichlehrgangs „zur praktischen Frontbewährung“ nach Litauen verlegt worden, hat mir ein Administrator im Forum der Wehrmacht geschrieben. Als Zugführer der 8. Kompanie des Grenadierregiments 236 in der 69. Infanterie-Division sollte er die Bundesstraße, die einmal die Grenze zum Deutschen Reich markiert hatte, verteidigen. Auf einer Lagekarte vom 1. September 1944 haben die Administratoren den Verteidigungsbereich seines Zugs eingezeichnet. Den Todesort „Raudonėnai“ haben sie rot markiert. Mehr als 37 Prozent aller Männer mit dem Geburtsjahrgang „1923“ sind laut Wikipedia im Zweiten Weltkrieg gefallen. Hat Erhard geahnt, dass seine Verlegung nach Litauen eine Reise ohne Wiederkehr werden würde?
Die Dünen von Nida – Grenzverlauf zwischen Litauen und Russland 
„Die Elli-Oma hat ihm, als er im August 1944 an die Ostfront abkommandiert wurde, einen Brief geschrieben“, hatte meine Mutter, als ich gehen wollte, bemerkt. Der Opa Peter hatte ihr geraten, sie solle ihren Bruder warnen. Er solle sich einfach „ein bisschen zurückhalten“. Denn die Engländer hätten im Radio gesagt, dass Deutschland den Krieg im Osten verloren habe. Für einen Moment hatte meine Mutter die Augen geschlossen. Dann kommt die Erinnerung hoch, und die Mundwinkel beginnen zu zucken. „Der Erhard hat uns danach Angst gemacht! Richtig Angst!“ In seinem letzten Brief habe er mit der gesamten Familie abgerechnet. Das, was der Schwiegervater da rede, sei „Wehrkraftzersetzung“. Und darauf stand im Nationalsozialismus die Todesstrafe. Ihre Stimme klingt bedrohlich, als sie den letzten Satz ihres Onkels zitiert: „Wenn wir hier oben das Gesamtdeutsche Reich wiederhergestellt haben, komme ich nach Hause und werde euch alle für euren Verrat am Führer zur Verantwortung ziehen!“ Es dauert, bis meine Mutter sich wieder gefasst hatte. Sie sei damals ja erst zwölf gewesen, bemerkt sie aufgebracht. Sie ist immer noch empört, dass Erhard seiner Familie so eine Angst eingejagt hat. Noch lange danach habe sie sich sehnlichst gewünscht, dass er zurückkehrt. Damit sie ihm sagen könne, dass er und sein Großdeutsches Reich sich aber so was von geirrt hätten. „Tja, lieber ist er gefallen!“, schiebt sie nach einer Pause betrübt nach. Über 72 Jahre sind seitdem vergangen. Aber offensichtlich gibt es im Leben Momente, wo man spürt, dass Geschichte nicht einfach so vergeht. Als ich ihr nach meiner Rückkehr Fotos aus Litauen zeigen will, hat sie abgewunken. Das sei vorbei.
Stellung der 69. Infanterie-Division bei Raudonėnai am 01. September 1944 – Gedenken an Erhard Biemüller
Meine Großcousinen und ich haben in Litauen noch versucht, das „vorbei“ dann irgendwie würdiger zu gestalten. Bereits in Vilnius hatte mir Herr Arlauskas ein kleines Holzkreuz vom Volksbund der Kriegsgräberfürsorge mitgegeben. Falls wir das Grab des Onkels meiner Mutter nicht finden würden, sollten wir uns einen symbolischen Ort für unseren Abschied von ihm suchen. Wir haben das Kreuz mit den biografischen Daten des „Leutnant Erhard Biemüller“ beschriftet und unter einer ausladenden Weide an der Bundesstraße 141, am Abzweig nach Raudonėnai, in die Erde gesteckt. Und uns mit unseren Worten vom kleinen Bruder unserer Großmütter, die bis an ihr Lebensende niemals in Litauen waren, endgültig verabschiedet.
Kazimieras Arlauskas – Aufklärung der Identität eines deutschen Piloten vom Sommer 1944 
Was ist seitdem passiert? Alina ist letztes Jahr in Deutschland gewesen und hat mich in Frankfurt besucht. Und Herr Arlauskas hat geschrieben. Er versucht immer noch, die Identität eines deutschen Piloten, der im Sommer 1944 bei Juknėnai als einer von drei Jagdfliegern abgeschossen wurde, aufzuklären. Die Dorfbewohner hatten ihm das Foto aus dem Dienstausweis und Bilder von zwei Wrackteilen gemailt, verbunden mit der Bitte, die Familie des jungen Mannes zu finden. Vielleicht warte ja in Deutschland immer noch irgendwo jemand auf eine Nachricht?
Ich habe die Fotos ans Forum der Wehrmacht weitergeleitet. Das Flugzeug sei eine Bf 109 oder eine Me 109 vom Baumuster F bzw. G. Einer der Administratoren wollte in der Chronik des Jagdgeschwaders Grünherz 54, das 1944 bei Riga stationiert war, nachschauen, ob es dort einen Hinweis auf den vermissten Soldaten gebe.
Palanga – Das litauische Seebad an der Ostsee
Die „übrigen“ Urlaubstage verliefen so unbeschwert, wie man sich halt seine Ferien wünscht. Wir haben zu dritt an der Ostsee gechillt, armenisches Schaschlik und mit Pilzen gefüllte Zeppelinas gegessen, sind zum Bilderbuchsonnenuntergang über die Seebrücke von Palanga flaniert und haben nachts im „Sporto Lizdas“ Club ausgelassen zu russischen Top-Hits getanzt. Dann sind wir mit der Fähre von Klaipėda zur Kurischen Nehrung übergesetzt und haben die riesige Kormorankolonie bei Juodkrantė, das Sommerhaus von Thomas Mann und Europas größte Wanderdüne in Nida bewundert.
Das Sommerhaus von Thomas Mann in Nida 
Und wir haben nach etlichen Umwegen auch das abgelegene Purnuškės gefunden, da ich vor meiner Abreise partout den geografischen Mittelpunkt Europas – der genau hier in Litauen liegt – fotografieren wollte. Und ja, am Ende unserer Reise sind wir zum „Berg der Kreuze“ gefahren. Auf einem Hügel bei Šiauliai haben Deportierte, die nach Stalins Tod aus Sibirien zurückkehren durften, Tausende von Kreuzen zur Erinnerung für ihre im Gulag Verstorbenen errichtet. Und den Hügel zum politischen Symbol gegen die kommunistische Herrschaft gemacht, obwohl sowjetische Bulldozer den Wallfahrtsort mehrfach niedergewalzt haben. Auf dem Hügel, wo zahllose Rosenkränze im Wind klappern und dem Ort ein mystisches Flair verleihen, habe ich plötzlich Demut empfunden. Zum einen für die riesengroße Gastfreundschaft, die mir, der Deutschen, im Sommer des Jahres 2016 von den Litauern entgegengebracht wurde. Aber am meisten dafür, dass ich mein bisheriges Leben im Frieden – statt im Krieg – leben durfte.
Auf dem „Berg der Kreuze“ – Der Wallfahrtsort der Litauer bei Šiauliai

Terminal for Kids gGmbH "Tiergestützte Pädagogik"


Freitag, Februar 09, 2018

Tiergestützte Pädagogik - Mit Imly und Nala zum Videodreh unterwegs

Mit Imly in der "FlyingVilla"- 5 Minuten kraulen, dann geht´s weiter mit dem Fotoshooting

Dienstag, Februar 06, 2018

Podiumsgespräch mit Professionals an der Goethe-Universität Frankfurt


Auf Einladung von Horst Martin, Lehrbeauftragter Buch & Medienpraxis, standen Katharina Bruns (Chefredaktion Sonderpublikation) vom Journal Frankfurt und Petra Tursky-Hartmann, BdP-Landessprecherin Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland und Pressesprecherin der medical airport service GmbH, am 6. Februar 2018 an der Goethe-Universität 25 Studentinnen und Studenten Rede und Antwort rund um die Themen "Kommunikation" oder "Die DOs & DONTs von PR".

Zu den Unterrichtsinhalten des Fortbildungsprogramms "Presse und Öffentlichkeit" zählt neben dem Verfassen und Analysieren von Pressemitteilungen, die Planung eines PR-Konzepts sowie die Vorbereitung einer Pressekonferenz. Die Teilnehmer/innen sollen das nötige Rüstzeug kennenlernen, um in der Pressestelle eines Unternehmens zu bestehen oder auch unerwartet eintretende Situationen meistern zu können.

Petra Tursky-Hartmann und Katharina Bruns
Seit 1997 findet das Fortbildungsprogramm Buch- und Medienpraxis an der Goethe-Universität Frankfurt statt. Das deutschlandweit einzigartige Programm ist als Brückenschlag zwischen theoretischem Studium und Berufspraxis gedacht. Die Lehre des Fortbildungsprogramms wird durch profilierte Vertreter*innen aus diesen Bereichen erbracht. Das Programm ergänzt das reguläre Universitätsangebot und soll die beklagte Lücke zwischen geisteswissenschaftlichem Studium und den Anforderungen der Berufswelt schließen.

Freitag, Februar 02, 2018

Literaturtreff am Freitag - Mit Fraport-Kolleginnen in der FRAbar

Beate Silvia Deister, Katharina Jäschke, Petra Tursky-Hartmann
Gegenseitig inspirieren und Erfahrungen auszutauschen, das war das Thema, das Beate, Katharina und mich am 3. Februar 2018 in der FRAbar am Frankfurter Flughafen zusammengebracht hat. Denn wir sind nicht nur Kolleginnen im Fraport-Konzern, sondern uns verbindet in unserer Freizeit auch das Schreiben von Büchern. Wenn auch in unterschiedlichen Genres. 

Das Mädchen aus dem Norden - Beate Silvia Deister

Beate (*1958) stammt aus Norddeutschland und hat ihr Buch "1914. Frieda, das Mädchen aus dem Norden" ihrer Großmutter gewidmet (ISBN: 978-3-9816178-1-8). Im Herbst 1914 lebt die elfköpfige Familie Gökemeier in Lehe. Es ist das erste Kriegsjahr. Plötzlich stirbt der Vater und die knapp vierzehnjährige Frieda muss sehen, wie sie ihren Platz im
Leben findet. Die Lebensgeschichte der Großmutter von Beate Silvia Deister ist ein Roman, der in die Probleme und Ängste einer jungen Frau und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einer kinderreichen Familie Anfang des 20. Jahrhunderts eintaucht. Für ihre Recherchen hat Beate alle wichtigen Stationen ihrer Großmutter - Bremerhaven, insbesondere den Stadtteil Lehe, Oxstedt und Nordholz bei Cuxhaven und auch Rathenow im Havelland besucht. 

Poesie und Mathematik - Katharina Jäschke

Katharina Jäschke (*1960 in Nordenham/Unterweser) ist Diplom-Mathematikerin und arbeitet bei Fraport in der Personalabteilung. In ihrer Freizeit schreibt sie Lyrik und poetische Kurzprosa. Ihre Gedichte, für die sie bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat, finden lyrische Bilder, die in ihrer Verspieltheit rein und direkt berühren. Zuletzt ist der Gedichtband „Marzipanduft des Paradieses“ (ISBN 978 3 7347 5237 7) erschienen. Sie stellt ihre Texte gerne gemeinsam mit anderen Künstlern vor, wie z. B die "Zwiegespräche zwischen Wort und Bild" mit Kay Diederichs im Frankfurt Conference Center oder in der Flughafenkapelle im Rahmen der Reihe „Mittagskonzerte“. Und wenn Katharina nicht arbeitet oder schreibt, leitet sie als zertifizierte Lehrerin Yogakurse und -seminare.



Fraport Unternehmenszentrale - Innenansichten